Türkei bemüht sich um Deeskalation der Iran-Krise: Aufruf zu Dialog zwischen Washington und Teheran
Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat am Donnerstag bei einem Pressebriefing in Istanbul erklärt, dass sich sein Land "für alles interessiert, was im Iran geschieht". Die Regierung in Ankara plädiere für eine Lösung der Krise im Nachbarland durch Dialog und unternehme in diesem Zusammenhang diplomatische Anstrengungen. Die Türkei wolle keine Wiederholung des sogenannten Zwölf-Tage-Krieges vom Juni 2025, unterstrich Fidan.
"Wir hoffen, dass sich die Situation im Iran möglichst schnell beruhigt und dass wir kein größeres Drama miterleben."
Wie dem auch sei, die Türkei ergreife erforderliche Maßnahmen für den Fall, dass man eigene Bürger doch aus dem Iran evakuieren müsste. Ein solches Szenario sei bereits durchgearbeitet worden. Es gebe entsprechende Pläne in Bezug auf im Iran lebende Diplomaten, Geschäftsleute, Studierende und andere türkische Bürger.
Außerdem schloss der Chefdiplomat eine Migrationswelle aus dem Nachbarland nicht aus. Dennoch hoffte er, dass es zu dieser "Etappe" doch nicht kommen werde. Ankara werde sich weiterhin diplomatisch darum bemühen, eine Verschlechterung der Situation rund um den Iran zu verhindern, sagte Fidan. Der Minister verurteilte außerdem die Drohungen der Gewaltanwendung gegen den Iran.
Die massenhaften Proteste im Iran waren am 28. Dezember ausgebrochen, nachdem die Nationalwährung Rial stark an Wert verloren hatte. In der Hauptstadt Teheran schlossen zahlreiche Händler ihre Geschäfte und gingen auf die Straße. Seitdem kamen bei den Zusammenstößen mit der Polizei Hunderte von Menschen ums Leben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuletzt unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten iranischen Beamten über ungefähr 2.000 Tote.
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit einem militärischen Durchgreifen, sollte die Führung in Teheran die Demonstrationen weiterhin gewaltsam unterdrücken. Zugleich rief er die "iranischen Patrioten" dazu auf, die Staatsinstitutionen einzunehmen, und behauptete, dass Hilfe bereits "unterwegs" sei. Später ruderte der Republikaner aber zurück, indem er sagte, dass die iranischen Behörden anscheinend nicht mehr vorhätten, Protestierende hinzurichten.
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