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Январь
2026

"Drei-Löwen-Allianz" | Kommentar: Sturm im Wahlkampfwasserglas

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Bayern, Hessen und bald vielleicht auch Baden-Württemberg wollen enger zusammenrücken. Vordergründig, um den Länderfinanzausgleich zu reformieren. Aber eigentlich geht es ihnen wohl um etwas anderes. Mit etwas Empathie kann man Verständnis aufbringen für die Forderungen, die an diesem Freitag die Ministerpräsidenten von Bayern und Hessen, Markus Söder (CSU) und Boris Rhein (CDU), gemeinsam mit Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel in Berlin zum Besten gegeben haben : Die drei wirtschaftlich stärksten Bundesländer kritisieren den im Grundgesetz verankerten "Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern", sie fühlen sich von ihm übervorteilt. Tatsächlich profitieren sie am wenigsten von der 2017 neu gefassten Regel zur Umverteilung der Umsatzsteuer zwischen den Ländern. Auch wenn es im engeren Sinne keine klassischen Geber- und Nehmerländer mehr gibt, ist der Wunsch nach einer neuerlichen Reform des Länderfinanzausgleichs nachvollziehbar, zumindest aus Sicht der drei betroffenen Bundesländer. Polit-PR mit Markus Söder Allerdings ist das, erstens, nicht neu. Zweitens ist auch die Beschwerde Bayerns gegen den Länderfinanzausgleich schon länger am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe anhängig, Ausgang offen. Und drittens liegt auch das Jahr 2030, in dem der Mechanismus neu ausbalanciert werden könnte, noch in weiter Ferne. Es ist also zwar nicht ganz falsch, was die drei zum Länderfinanzausgleich sagen. Doch am Ende geht es ihnen offensichtlich um etwas anderes. Sinn, Timing und Slogan des Dreier-Auftritts in Berlin legen jedenfalls den Schluss nahe: Bei der selbst ernannten "Drei-Löwen-Allianz" handelt es sich um eine klassische Polit-PR-Show. Ihr vornehmliches Ziel: Manuel Hagel, 37, bekannter machen. In Berlin, aber auch und vor allem zu Hause im Ländle, wo am 8. März ein neuer Landtag gewählt wird. In den Umfragen liegt die CDU dort zwar aktuell mit deutlichem Abstand vor den Grünen, die mit Winfried Kretschmann seit 15 Jahren den Ministerpräsidenten stellen. Allerdings holten die Grünen unlängst stark auf. Und deren Spitzenkandidat Cem Özdemir ist bei den Menschen vor Ort weitaus bekannter und beliebter als Hagel. Jedes Foto hilft So hat von Letzterem in Baden-Württemberg laut einer aktuellen Erhebung von Infratest dimap nicht einmal jeder Zweite (41 Prozent) bislang etwas gehört. Özdemir, den langjährigen Bundespolitiker und Minister in Berlin, dagegen kennen 84 Prozent. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt, gäben 39 Prozent der Befragten Özdemir ihre Stimme, Hagel nur 19 Prozent. Kann Hagel die erhoffte "schwarze Troika" (Rhein) vor diesem Hintergrund helfen? Kann das süddeutsche Löwen-Rudel der "drei ziemlich geilen Bundesländer" (Söder) tatsächlich noch einmal neuen Schub im bereits laufenden Wahlkampf bringen? Gut möglich. Kurzfristig hilft jedes Foto, jede Fernsehaufnahme. Und solche mit Polit-Promis helfen in der Regel doppelt. Gesicht zeigen, Gesicht bekannt machen, darum geht's jetzt für den Mann, der – sollte er das Rennen machen – der jüngste je gewählte Ministerpräsident in Deutschland wäre. Söder gibt den Leitlöwen Langfristig, im Falle eines Wahlsieges, ist es jedoch fraglich, wie sehr das Bündnis speziell Hagel nützt. Das liegt zum einen an der absehbar geringeren Beinfreiheit, die er nach aktuellen Umfragen in einer möglichen Regierung hätte. Derzeit ist rechnerisch für ihn lediglich eine Koalition mit den Grünen möglich. Und die würden, Stand der Umfragen heute, dank ihrer vielen Sitze im Landtag, weit mehr Gewicht und Mitspracherecht bekommen als etwa Rheins Koalitionspartner in Hessen, die SPD , oder die Freien Wähler, mit denen Markus Söder in Bayern regiert. Zum anderen gilt: Hagel mag nach Aussagen der drei Politiker zwar die Idee für die "Wiederbelebung der Südschiene" gehabt haben. Auch der Name "Drei-Löwen-Allianz" (in Anspielung auf die Landeswappen) hat Hagel sich Rhein zufolge erdacht. Den Leitlöwen im Dreier-Rudel aber gibt laut Rhein, wie sollte es anders sein: Markus Söder. Der trotz aller zur Schau gestellten Einigkeit kaum immer dieselben Interessen haben dürfte wie sein Wunsch-Amtskollege im Nachbarland. So oder so könnte das erhoffte Drei-Länder-Bündnis damit in der Rückschau vor allem eines sein: ein Sturm im Wahlkampfwasserglas.






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