Ritter Sport: Schokoladenhersteller rutscht in die roten Zahlen
Hohe Kosten für Kakao, Energie und Logistik drücken den Schokoladenhersteller Ritter Sport ins Minus. Wie der Unternehmenschef die Lage einschätzt. Der Schokoladenhersteller Ritter Sport hat im vergangenen Jahr trotz deutlich mehr Umsatz rote Zahlen geschrieben. Das Betriebsergebnis sei deutlich unter den Erwartungen geblieben, wie das Familienunternehmen in Waldenbuch bei Stuttgart mitteilte. Vor allem stark gestiegene Rohstoffkosten hätten zu dem Verlust geführt. Konkrete Angaben zur Höhe machte ein Ritter-Sport-Sprecher auf Nachfrage nicht. Bereits 2024 sei das Ergebnis unter Druck, aber noch positiv gewesen. Der Umsatz kletterte vergangenes Jahr dagegen um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro – nach 605 Millionen Euro im Vorjahr. Es handelt sich demzufolge um vorläufige und um Wechselkurseffekte bereinigte Zahlen. Das Plus habe die "massiven Kostensteigerungen" entlang der gesamten Wertschöpfungskette aber nicht kompensieren können. Ritter-Sport-Chef Ronken : "Wir haben die Welt kaputt gemacht" Branchenblatt : Discounter senkt Preis für Schokolade "Umsatz ist nicht gleich Gewinn – entscheidend ist, ob ein Unternehmen seine Kosten nachhaltig decken kann", teilte Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken mit. In den vergangenen Jahren seien insbesondere die Preise für Kakao, Energie, Logistik und Verpackung deutlich gestiegen. "Diese Kosteninflation wirkt sich zeitverzögert und mit voller Wucht auf das Ergebnis aus". Höhere Preise – weniger Absatz Die Schwaben haben den Angaben zufolge zwar ebenfalls die Preise für die quadratischen Schokoladentafeln erhöht. Die Kosten hätten aber nur teilweise an den Handel weitergegeben werden können. Gerade der Schokoladenmarkt in Deutschland sei stark preissensibel, was zu Absatzrückgängen geführt habe, sagte Ronken. Das Umsatzwachstum sei das Ergebnis höherer Verkaufspreise bei gleichzeitig rückläufigen Mengen. Ritter Sport arbeitet demnach daran, die Kostenstrukturen zu vereinfachen, Komplexität zu reduzieren und Investitionen stärker zu priorisieren. Ob bei dem Unternehmen künftig Stellen zur Disposition stehen könnten, war zunächst offen. Für den Hersteller arbeiteten zuletzt rund 1.900 Menschen weltweit.
Moscow.media
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