Olimpija Ljubljana kommt in den “Adlerhorst”
Der EC iDM Wärmepumpen VSV präsentiert sich derzeit als Mannschaft der Extreme, eben zwischen himmelhoch jauchzend und sprichwörtlich am Boden zerstört. Auf den abgeklärten 4:1-Heimerfolg gegen die Vienna Capitals folgte zuletzt im Pustertal wieder ein ernüchternder Auftritt, der in einer verdienten 1:3-Niederlage mündete und die bekannten Schwankungen im Spiel der Adler schonungslos offenlegte. Viel Zeit zum Hadern bleibt jedoch nicht: Bereits am morgigen Sonntag um 17:30 Uhr (Stadthalle Villach, live auf sporteurope.tv sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) steht im Villacher Adlerhorst das nächste richtungsweisende Duell an, denn mit Olimpija Ljubljana gastiert eines der Top-Teams der Liga im “Adlerhorst”.
Die Ausgangssituation:
Der EC iDM Wärmepumpen VSV steht aktuell sinnbildlich für eine Saison der Extreme: himmelhoch jauchzend an guten Abenden, phasenweise jedoch defensiv wie offensiv erstaunlich anfällig. Vor dem morgigen Heimspiel gegen Olimpija Ljubljana rangieren die Adler dennoch über dem Strich. Mit 17 Siegen und 24 Niederlagen aus 41 Spielen hält Villach bei 52 Punkten, einer Torbilanz von 125:137 und Tabellenplatz zehn, was derzeit die Qualifikation für die Pre-Playoffs bedeuten würde. Ganz anders präsentiert sich die Ausgangslage bei den Gästen aus Slowenien. Olimpija Ljubljana reist als Tabellenvierter an die Drau und zählt aktuell zu den formstärksten Teams der win2day ICE Hockey League. Aus 42 Spielen stehen für die „Drachen“ 27 Siege und nur 15 Niederlagen zu Buche, bei beeindruckenden 157 erzielten Treffern und lediglich 115 Gegentoren. Mit ihren erzielten Treffern und 77 Punkten auf der Habenseite stellt Ljubljana nicht nur die beste Offensive der Liga, sondern kommt auch mit breiter Brust nach Villach: Fünf Siege in Serie sprechen eine klare Sprache, zuletzt setzte es sogar einen fulminanten 5:1-Heimerfolg gegen Liga-Krösus Red Bull Salzburg. Der VSV hingegen bleibt schwer berechenbar. Drei Siege aus den letzten fünf Partien sind ordentlich, doch Konstanz fehlt weiterhin. Vor allem auswärts tun sich die Adler regelmäßig schwer, während man sich im heimischen Stadthallen-Eis zuletzt stabiler zeigte: Die vergangenen drei Heimspiele wurden allesamt gewonnen, das bleibt wohl ein Hoffnungsschimmer. Gegen Ljubljana wird diese Heimstärke jedoch besonders gefordert sein. Auch der direkte Vergleich mahnt zur Vorsicht. Zwar konnte der VSV vier der letzten zehn Duelle für sich entscheiden, sechsmal behielten jedoch die Slowenen die Oberhand. Besonders schmerzhaft: Die letzten drei Aufeinandertreffen gingen allesamt an Olimpija, zwei davon sehr deutlich mit 7:2 und 6:3. Auch die letzten beiden Spiele in Villach entschieden die Laibacher für sich. Für die Adler geht es somit nicht nur um wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs, sondern auch darum, ein weiteres Kapitel der eigenen Achterbahnsaison zu glätten. Gegen ein offensiv starkes und wohl auch selbstbewusstes Ljubljana braucht es dafür eine deutlich stabilere Defensivleistung und vor allem mehr Durchschlagskraft nach vorne.
Der Gegner
Olimpija Ljubljana gehört zu den traditionsreichsten Eishockeyklubs Sloweniens und blickt auf eine lange Historie in der ehemaligen Erste Bank Eishockey Liga sowie der späteren ICE Hockey League zurück. Nach der Neugründung kehrten die Grün-Weißen zur Saison 2021/22 in die Liga zurück und setzten sofort ein sportliches Ausrufezeichen: Bereits im ersten Jahr erreichte das Team das Viertelfinale, in dem man sich erst in Spiel sieben dem VSV – damals unter der Ägide von Rob Daum – geschlagen geben musste. Ein entscheidender Wendepunkt folgte in der Saison 2024/25, als mit Alexandre Lefebvre ein finanzkräftiger Mäzen und Visionär beim Klub einstieg. Unter seiner Ägide wuchs der Kader kontinuierlich zu internationalem Format. In der laufenden Spielzeit sicherte sich Ljubljana unter anderem die Dienste von T.J. Brennan, der bereits in Salzburg als Leistungsträger brillierte, sowie etablierte slowenische Kräfte wie Blaž Gregorc und Bine Masič, der bereits im Vorjahr langfristig gebunden wurde. Zusätzlich verstärkten sich die „Drachen“ mit Jan Drozg, der zuletzt in der KHL aktiv war und dem Offensivspiel mit seiner internationalen Erfahrung zusätzliche Tiefe verleiht. Offensiv besticht Olimpija durch eine gelungene Mischung aus Routine und Klasse. Robert Sabolič, einst selbst im Dress des VSV aktiv, und Sloweniens Altstar Žiga Pance prägen die vorderen Reihen ebenso wie NHL-erprobte Verstärkung in Form von Zach Boychuk. Mit Nicolai Meyer, dem aktuellen Topscorer der gesamten Liga, verfügt das Team zudem über einen Spieler, der ligaweit Maßstäbe setzt. Auch in der Defensive wurde gezielt aufgerüstet: Clayton Kirichenko kehrte in die Liga zurück, nachdem er zuletzt in der DEL und der Slowakei aktiv war. Ergänzt wird das Abwehrgefüge durch Andrew McWilliams und Nathanael Halbert, zwei robuste und zweikampfstarke Verteidiger. Im Tor sorgt der eingebürgerte Lukas Horak für Stabilität und Sicherheit. Die Heimspiele bestreitet Olimpija weiterhin in der altehrwürdigen Hala Tivoli, dem traditionsreichsten Stadion Sloweniens. An der Bande steht Headcoach Ben Cooper, zuvor Associate Coach bei Red Bull Salzburg, unterstützt von Andrej Tavželj, der im Vorjahr noch als Cheftrainer fungierte. Komplettiert wird die sportliche Leitung von Sloweniens Verteidigerlegende Žiga Pavlin, der mittlerweile die Rolle des Teammanagers innehat.
Opponents and Stats to Watch:
Olimpija Ljubljana zählt in dieser Saison in beiden Special Teams zur absoluten Ligaspitze. Im Powerplay stellen die Slowenen das beste Team der win2day ICE Hockey League: Aus 148 Überzahlsituationen erzielten sie 38 Treffer, was einer starken Erfolgsquote von 25,68 Prozent entspricht. Auch in Unterzahl präsentiert sich Ljubljana äußerst stabil. Mit 117 erfolgreichen Killings aus 142 Situationen und einer Quote von 82,39 Prozent rangieren die Grün-Weißen ligaweit auf Platz zwei. An der Scoringfront ist Olimpija ebenfalls prominent vertreten. Gleich zwei Slowenen finden sich unter den fünf besten Punktesammlern der Liga. Nicolai Meyer belegt Rang zwei der Scorerwertung und kommt in 37 Einsätzen auf 19 Tore und 32 Assists, insgesamt 51 Punkte, bei einer Plus-Minus-Bilanz von +9. Verteidiger T.J. Brennan ist ligaweit der viertbeste Scorer: In 41 Spielen erzielte er 20 Treffer und bereitete weitere vor, was ihm 49 Punkte und eine Plus-Minus-Wertung von +11 einbrachte. Insgesamt überzeugt Ljubljana zudem mit der zweitbesten Scoring Efficiency der Liga von 11,6 Prozent. Auch auf der Torhüterposition sind die Slowenen hervorragend aufgestellt. Stammgoalie Lukas Horak weist in 31 Einsätzen eine Fangquote von 91,79 Prozent und einen Gegentorschnitt von 2,42 auf. Besonders bemerkenswert: Horak parierte 8,14 Treffer mehr, als statistisch zu erwarten gewesen wären. Sein Backup, der junge Luka Kolin, kam bislang auf zwölf Einsätze, kassierte 35 Gegentore und hält bei einer Fangquote von 89,26 Prozent sowie einem Gegentorschnitt von 2,99.
Blau-Weiße Stats & Facts:
Am Freitagabend im Pustertal lief für den EC iDM Wärmepumpen VSV aus statistischer Sicht kaum etwas zusammen. Lediglich ein Verteidiger, nämlich Thomas Vallant, wies eine positive Zweikampfbilanz auf. Insgesamt präsentierten sich die Adler zu undiszipliniert – 16 Strafminuten sprechen eine klare Sprache – und zugleich erschreckend harmlos vor dem gegnerischen Tor. Aus 25 Torschüssen resultierte lediglich ein Treffer, erzielt erst 1:35 Minuten vor dem Ende. Die mangelhafte Scoring Efficiency bleibt damit das größte Sorgenkind der Blau-Weißen: Saisonübergreifend verwertet der VSV nur jeden zwölften Torschuss, was einer Quote von 8,77 Prozent entspricht – ligaweit der drittschlechteste Wert. In den letzten drei Partien sank diese Quote sogar auf nur noch 6,7 Prozent. An der Spitze der internen Scorerwertung hat sich indes wenig verändert. Nikita Scherbak führt die Adler weiterhin mit 39 Punkten aus neun Toren und 30 Assists an. Nur einen Zähler dahinter liegt Adam Helewka, der in dieser Saison bereits 19 Tore und 19 Assists beisteuerte. Positiv fiel zuletzt Neuzugang Brett Budgell auf: In seinem sechsten Einsatz für den VSV sammelte er seinen vierten Scorerpunkt (ein Tor, drei Assists), dazu kommen starke 11 Scheibeneroberungen und 19 Hits.
Sonntag, 1. Februar 2026 | 17:30
EC iDM Wärmepumpen VSV – HK Olimpija Ljubljana
Stadthalle Villach (Villach, Österreich)
