Seitdem Gil Ofarim im Dschungelcamp sitzt, warten die Zuschauer auf eine Entschuldigung. Jetzt kam sie, richtete sich aber nicht an die naheliegendste Person. 2021 hatte Gil Ofarim einem Hotelmitarbeiter vorgeworfen, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. In einem darauffolgenden Gerichtsprozess verlas der Musiker eine Erklärung, in der er sich entschuldigte und die Vorwürfe zurücknahm. Ofarim stand öffentlich als Lügner da und zog sich zunächst aus dem Rampenlicht zurück. Nun ist er seit über einer Woche bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" zu sehen. Schnell sprachen ihn seine Mitcamper auf das Offensichtliche an. Doch Ofarim wollte sich zu dem angeblichen Vorfall und dem Prozess nicht äußern. Er habe eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben und dürfe deswegen nichts sagen. Das betonte er immer wieder. Notarzt-Einsatz: Gil Ofarim verletzt sich bei Dschungelprüfung Dschungelcamp außer Kontrolle: Das ist selbst RTL zu viel Bei einem Spiel mussten die Promis einander nun Tierfiguren zuordnen und ihre Wahl begründen. Stephen Dürr wählte für Ofarim ein Chamäleon. "Es gibt den Gil hier im Camp und den Gil draußen." Für die Stars im Camp habe der Musiker viel Positives. Gleichzeitig beschäftige Dürr aber auch das, was "draußen" war. Auch wegen seines eigenen Netzwerks in Leipzig bis hinein in das betroffene Hotel. "Das war alles sehr bedrückend", sagte er und sprach über den Unterschied zwischen dem, was man von außen gehört habe, und der Situation im Camp. Weiter erklärte Dürr: "Ich glaube, dass es nicht gut ist, dass du wie ein Chamäleon agierst." Ofarim habe eine hohe Erwartung geweckt. Er akzeptiere die Verschwiegenheitserklärung, meinte aber: "Eine Entschuldigung für diese ganze Thematik kann darin nicht ausgeschlossen werden." Das Schweigen sei für viele "sehr unbefriedigend". Sein Wunsch: "Dass du nach vorne trittst und sagst: 'Das ist scheiße gelaufen. Ich nehme die Kritik an' – und dann wird das alles auch wieder abebben." Im Dschungeltelefon reagierte Ofarim auf die Worte seines Kollegen. "Was mir wichtig ist, zu sagen zu dem Thema – und das meine ich so und es ist vielleicht auch nie wirklich herausgekommen. Der Vorfall ereignete sich in Leipzig, aber der Vorfall und alles, was ich dazu sagen darf, hatte nie etwas mit der Stadt Leipzig, mit dem Bundesland Sachsen zu tun." Und weiter: "Wenn das so rübergekommen ist, dann möchte ich mich entschuldigen bei den Bürgern von Leipzig und allen, die sich angesprochen fühlen in Sachsen. Das war nicht meine Intention, das hat mit euch nichts zu tun." Eine Entschuldigung an den Hotelmitarbeiter gab es nicht. Später betonte Ofarim noch in einem weiteren Gespräch mit Dürr, dass eine Entschuldigung ohnehin nichts ändern würde. "Ich werde für den Rest meines Lebens damit leben müssen. Es wäre schön, wenn irgendwann die Anfeindungen, Beleidigungen, die Hasskommentare und die Ablehnung aufhören könnte." Eine Offenlegung, warum er nichts sagen dürfe und wie alles gelaufen sei, werde es "niemals geben", so Ofarim.