Die machen alles blitzblank: Der Erzfeind von Schmutz, Staub und Keimen: Dampfreiniger im Test
Der große stern-Dampfreiniger-Test 2026: Dampfreiniger haben einen guten Ruf, denn sie reinigen ohne Chemikalien selbst Keime. So haben sich die Dampfreiniger im Test geschlagen.
Dampfreiniger sind eine elektrische Alternative zu Wischmopp, Lappen und Bürste. Je nach Modell und Ausstattung können sie auch den Staub- oder Fenstersauger ersetzen. Dabei sind Dampfreiniger erstaunlich effektiv. Sie reinigen ausschließlich mit heißem Wasserdampf. Reinigungsmittel und andere chemische Zusätze benötigen sie nicht. Beim Dampfreinigen geht es nicht nur hartnäckigen Belägen, sondern auch den meisten Keimen und Bakterien an den Kragen. Das Raumklima profitiert von der Feuchtigkeit. Die Geräte holen den Staub aus den kleinsten Ritzen. Er wird gebunden und gelangt damit gar nicht erst in die Luft. Aber Dampfreiniger ist nicht gleich Dampfreiniger. Vor dem Kauf sollte daher die Überlegung stehen, wofür das Gerät im Haushalt dient. Sogenannte Dampfbesen oder Dampfmopps sind wahre Meister am Boden, müssen aber bei der Fugen- oder Fensterreinigung passen. Dafür gibt es Handgeräte, die mit dem jeweiligen Aufsatz gezielt ans Werk gehen. Schließlich sind da noch die "Universalgenies", die trotz ihrer Kompaktheit eine Vielzahl von Funktionen abdecken. Der große stern-Vergleichstest bringt die Stärken und Schwächen der Dampfreiniger ans Licht.
Dampfreiniger: Diese Geräte haben wir getestet
- Clatronic DR3653
- Kärcher SC2 Deluxe
- Black + Decker FSMH13E5
- Hoover Steam Capsule 2in1
- Vileda Steam Plus 0064-03
Weitere lohnende Dampfreiniger
Folgende Dampfreiniger haben wir nicht selbst getestet, sie sind uns aber bei der Recherche aufgefallen:
- Leifheit Clean Tenso Power 2.0
- Shark Boden- & Hand-Dampfreiniger S6005EU
- Thomas Vaporo Buggy Dampfreiniger
Fazit: Der beste Dampfreiniger im Test
Noch nie war es daheim so sauber wie nach diesem Dampfreiniger-Test! Die Roste auf dem Gasherd haben ihre Patina abgelegt, die Fugen im Bad strahlen wieder weiß und die Böden in Flur und Wohnzimmer blitzen. Aber das war ein Gemeinschaftswerk mit fünf Beteiligten. Zwei Geräte setzten sich im Test durch.
Unser Testsieger, der Kärcher SC2 Deluxe, hätte alle Jobs alleine bewältigen können. Der Clatronic DR3653 kommt als Handgerät zwar kaum für große Flächen infrage, konnte aber punktuell mit seiner druckvollen Dampfkraft überzeugen. Er geht als Preis-Leistungs-Tipp durchs Ziel.
Wer Kleinkinder hat oder aber Hunde und Katzen, wird auf die Geräte nicht mehr verzichten wollen. Doch im Grunde sind Dampfreiniger für alle gut, die Lust auf Frühjahrsputz haben. Reinigen und Entkeimen mit reinem Wasserdampf ist auch im Sinne der Umwelt eine wunderbare Sache. Da lohnt es sich, ein paar Euro zu investieren.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Vergleichstabelle Dampfreiniger
| Kärcher SC2 Deluxe | Clatronic DR3653 | Black + Decker FSMH13E5 | Vileda Steam Plus 0064-03 | Hoover Steam Capsule 2in1 | Leifheit Clean Tenso Power 2.0 | Shark Boden- & Hand-Dampfreiniger S6005EU | Thomas Vaporo Buggy | |
| Gesamteindruck (max. 5 Sterne) | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Testsieger | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Preis-Leistungs-Tipp | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️ | nicht in der Wertung | nicht in der Wertung | nicht in der Wertung |
| Gerätetyp | Universalgerät | Handgerät | Boden- und Handgerät | Bodengerät | Boden- und Handgerät | Bodengerät | Boden- und Handgerät | Universalgerät |
| Druck in bar* | 3,2 | 3,5 | k. A. | k. A. | k. A. | k. A. | k. A. | 3,5 |
| Leistung in Watt* | 1.500 | 1.050 | 1.300 | 1.550 | 1.700 | 1.400 | 1.200 | 1.500 |
| Kabellänge in m* | 4 | 5 | 4,8 | 6 | 7 | 7 | 6 | 5,8 |
| Tankgröße in ml | 1000 | 250 | 380 | 400 | 350 | 680 | 500 | 1.600 |
| Dampfregulierung | ja, zweistufig | nein | nein | ja, stufenlos | ja, dreistufig | ja, stufenlos | ja, stufenlos | ja, stufenlos |
| Gewicht ohne Zubehör in kg | 2,7 | 1,2 | 1,8 | 2,3 | 4 | 4,5 | 2,27 | 6 |
| Aufheizzeit in sec. | 390 | 210 | 25 bis 30 | 15 | 30 | 30 | 30 | 630 |
| Arbeitsdauer oder Arbeitsfläche je Tankfüllung* | 75 m² | 5 bis 10 min | 15 min | 130 m² | 25 min | 50 min | 15 min | 50 min |
| Maße in mm (BxHxT) | 231x287x304 | 250x225x135 | 290x1130x150 | 280x1.240x210 | 305x1.170x176 | 210x1.185x325 | 340x1.180x220 | 280x355x375 |
| Preis (UVP) | 157,49 Euro | 34,95 Euro | 89,99 Euro | 124,99 Euro | 195 Euro | 129,99 Euro | 179,99 Euro | 190,99 Euro |
* Herstellerangabe
So haben wir die Dampfreiniger für den Test ausgewählt
Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Dampfreiniger-Test ausgewählt:
- Führende Hersteller mit Expertise
- Gute Verfügbarkeit der Geräte am Markt
- Hohe Alltagstauglichkeit für verschiedene Anwendungen im Haushalt
- Abbildung der üblichen Preisspanne
- Klare Abgrenzung zu Dampfsaugern
So haben wir die Dampfreiniger getestet
Wie oft wir ein Haushaltsgerät im Alltag einsetzen, hängt nicht allein von seiner Funktionalität ab. Wir müssen es auch gerne verwenden, wobei Design, Haptik und Handling eine entscheidende Rolle spielen. Die Geräte auszupacken, sie erstmals in die Hand zu nehmen und zu begutachten, ist daher ein integraler Bestandteil des Tests. Wir haben uns Zeit dafür genommen und gleichzeitig die Geräte auf Verarbeitung und Fertigungsfehler kontrolliert. Die optische Prüfung bestanden alle.
Die Dampfreiniger in Betrieb zu nehmen, gelingt uns mit wenigen Handgriffen. Das gefilterte Wasser zum Füllen der Tanks stand schon bereit. Dann haben wir die Geräte auf verschiedenen Bodenbelägen getestet: auf Stein und Kacheln, zum Teil auch auf Parkett und Teppichen. Die Handgeräte mussten sich an Armaturen, Fugen und Herdrosten sowie den Fensterflächen des Wintergartens beweisen. Die Mikrofasertücher reinigen Sie nach der Nutzung übrigens einfach in der Waschmaschine.
1. Unser Testsieger: Kärcher SC2 Deluxe
Erste Eindrücke: Der Dampfreiniger von Kärcher ist oval, was ihm nicht nur sein charakteristisches Design, sondern auch einen sicheren Stand verschafft. Die ovale Form der Grundfläche findet sich auch im handlichen Griff wieder, der sich später als futuristische Leuchte erweist. Sie zeigt mit rotem Licht an, wenn das Gerät angeschlossen ist und aufheizt. Ein Wechsel auf Grün bedeutet, dass der SC2 Deluxe einsatzbereit ist. Trotz seines Plastikgehäuses wirkt das Gerät hochwertig und modern. Kärcher verzichtet am Korpus auf alles, was nicht zwingend gebraucht wird. Es gibt keinen Schalter, auch nicht für das Ein- und Ausschalten des Geräts. Oben ist mittig der Sicherheitsverschluss für den 1-Liter-Tank platziert, an der Vorderseite befindet sich der lange, schwarze Dampfschlauch. Am umfangreichen Zubehör erahnen wir, dass Kärcher das Modell SC2 Deluxe als Allrounder definiert. Mit dabei sind eine Bodendüse und zwei Mikrofasertücher, eine Handdüse nebst Mikrofaserüberzug, eine Punktstrahldüse, eine kleine Rundbürste, eine Fugenbürste und zwei Verlängerungsstäbe, unter anderem zur bequemen Bodenreinigung. Damit später nichts verloren geht, ist auch eine große Mesh-Zubehörtasche inkludiert. Auf dem Kärcher-gelben Karton weist der Hersteller auf weiteres Zubehör zum optionalen Erwerb hin, darunter eine Düse zur Fensterreinigung.
Inbetriebnahme: Wir füllen den Tank des Kärchers mit gefiltertem Leitungswasser. Eine praktische Vertiefung im Gehäuse ersetzt den Trichter. Hier geht nichts daneben. Nachdem wir den Dampfreiniger an den Strom angeschlossen haben, dauert es knapp sieben Minuten, bis das Wasser im Tank aufgeheizt und das Gerät betriebsbereit ist. Das Oval des Griffs erstrahlt ab jetzt in einem satten Grün.
Reinigung: Wir starten unseren Test mit der Bodendüse. Dafür wird das Mikrofasertuch einfach auf den Boden gelegt. Es klettet sich wie von Zauberhand an die darauf platzierte Düse. Mit dem Fuß lösen wir es später wieder. An der Dampfpistole, zwischen dem Ende des Dampfschlauchs und dem jeweiligen Aufsatz, befindet sich der Entriegelungsschalter, der auch als Kindersicherung dient. Wir schieben den Schalter nach unten und lassen ihn zunächst auf der niedrigeren von zwei Positionen einrasten. Das gibt den Hebel an der Unterseite der Pistole frei, womit Dampf in die Düse strömt. Das Handling erinnert an die Zapfpistole an der Tanksäule. Allerdings fehlt beim Dampfreiniger die charmante Möglichkeit, den Hebel zu arretieren. Um Dampf zu erzeugen, muss er gedrückt bleiben. Insbesondere auf der stärkeren der beiden Dampfstufen leistet der Kärcher gute Dienste. Normaler Schmutz vom Boden löst sich sofort und auch hartnäckige Verfärbungen auf dem Steinfußboden werden heller. Wir müssen nur Geduld aufbringen, um das entsprechende Bodenstück lange genug im heißen Dampf "einzuweichen". Wunder darf man nicht erwarten, auch weil das Gerät den Druck zwischendurch immer wieder neu aufbauen muss. Der Dampfschlauch wird dabei übrigens relativ heiß, ohne dass eine echte Gefahr besteht. Wer empfindlich ist, sollte dennoch Abstand halten. Die flache Bodendüse und das Anschlussstück sind beim Kärcher so konstruiert, dass sie sich fast vollständig auf den Boden legen. Zudem ist die Düse so flach, dass man damit sogar unters Sofa oder Klavier kommt – ein echter Pluspunkt und ein Alleinstellungsmerkmal bei den von uns getesteten Dampfreinigern. Auch mit den kleineren Aufsätzen lässt sich bequem arbeiten, nicht zuletzt, weil uns der lange Dampfschlauch reichlich Bewegungsfreiheit lässt. Bei der Fugenbürste passiert es uns allerdings wiederholt, dass sich die Arretierung löst und der Aufsatz abfällt. Mit etwas mehr Übung dürfte sich dieses Problem erübrigen. Die Reinigungsleistung überzeugt. Was wir uns zusätzlich gewünscht hätten, ist eine Anzeige für den Füllstand des Tanks.
© Karl Lüdecke
Fazit: Der Kärcher SC2 Deluxe hat uns im Test auf ganzer Linie überzeugt. Das Gerät bedienten wir einfach und bequem über die Dampfpistole. Wasserdruck und Tankgröße sind für die üblichen Anwendungen im Haushalt völlig ausreichend. Mit etwas Geduld geben auch hartnäckige Beläge nach. Kärcher gelingt es beim SC2 sehr überzeugend, Design und Funktionalität in Einklang zu bringen. Den roten beziehungsweise grünen Leuchtbogen zur Anzeige der Betriebsbereitschaft haben wir als echtes Highlight empfunden.
2. Kleiner Preis-Leistungs-Sieger: Clatronic DR3653
Erste Eindrücke: Der gelb-schwarze Dampfreiniger von Clatronic liegt gut in der Hand. Mit seiner bauchigen Form erinnert er uns an einen Wasserkrug mit überlanger Schnaupe. Ganz oben befindet sich die Einfüllöffnung für das Wasser, die mit einem Sicherheitsverschluss versehen ist. Öffnet man ihn, kommt ein dickes Metallgewinde zum Vorschein. Das schafft Vertrauen, auf Druck ist der Clatronic offenbar vorbereitet. Der heiße Dampf soll schließlich durch die Düse entweichen und nirgendwo sonst. Im kleinen Karton – er misst gerade mal 25 × 25 × 15 Zentimeter – finden wir neben dem Gerät mit seinem fünf Meter langen Elektrokabel auch diverses Zubehör: einen rund 50 Zentimeter langen, stabilen Schlauch, einen Strahldüsenaufsatz, einen Rundbürsten-, einen Winkeldüsen- und einen Fensteraufsatz sowie einen universellen Reinigungsaufsatz. Auch ein Messbecher, ein Trichter und ein kleines Vliestuch kommen zum Vorschein.
Inbetriebnahme: Um loszulegen, braucht es nicht viel. Der inkludierte Messbecher und der Trichter helfen beim spritzfreien Befüllen des Tanks. Wir nehmen gefiltertes Leitungswasser, um Kalkablagerungen zu vermeiden. Das Wasser in unserer Region ist sehr hart. 250 Milliliter passen in den Bauch des Geräts. Da der mitgelieferte Messbecher nur 175 Milliliter fasst, kann gar nichts schiefgehen. Ein wenig größer hätte er dimensioniert sein dürfen. So fühlt es sich ein wenig so an, als habe man beim Weitsprung gerade 20 Zentimeter am Brett verschenkt. Nachdem wir den Strahlendüsenaufsatz mit einer leichten Drehbewegung an der Anschlussdüse arretiert und den Stecker in die Steckdose gesteckt haben, geht es los. Die Aufheizzeit beträgt nur knapp zwei Minuten und endet mit dem Erlöschen der Kontrollleuchte. Diese zeigt später auch im laufenden Betrieb an, wenn das Gerät nachheizt. Für Linkshänder liegt die Leuchte an der Außenseite und damit nicht im Blickfeld, doch das ist verschmerzbar.
Reinigung: Der kleine Clatronic DR3653 schafft es, die Abstellroste auf dem Herd von ihrer Kruste zu befreien. Respekt: Diese Roste haben schon viele Waschgänge im Geschirrspüler hinter sich und waren trotz anschließendem Bürsteneinsatz noch nie so sauber. Hier überzeugt der Dampfreiniger auf ganzer Linie, zumal er zugleich Zeit, Wasser, Kraft und Spülmittel spart. Nach dem Test dauert es beim Clatronic DR3653 länger als eine Viertelstunde, bis der Druck abgebaut ist und wir den Tank wieder öffnen dürfen. Genügend Zeit für eine Kaffeepause. Die anschließende Scheibenreinigung geben wir allerdings schnell wieder auf. Das Fenster ist zu breit beziehungsweise der mitgelieferte Aufsatz zu schmal. Mit dem kleinen Winkeldüsenaufsatz auf der drehbaren Anschlussdüse macht der Einsatz an den Fugen im Bad dann deutlich mehr Spaß.
© Karl Lüdecke
Fazit: Der Clatronic DR3653 eignet sich hervorragend, um punktuelle Verschmutzungen zu lösen. Er braucht wenig Platz zur Lagerung, und wenn man einmal ein Gespür dafür entwickelt, ergeben sich im Alltag ständig neue Einsatzmöglichkeiten. Für große Flächen ist der Handdampfreiniger weder gedacht noch geeignet. Für alles andere können wir ihn wärmstens empfehlen. Dann ist auch der mit 250 Millilitern recht klein dimensionierte Tank völlig ausreichend. Das lange Stromkabel und die drehbare Anschlussdüse haben sich in der Praxis als nützlich erwiesen, um alles gut zu erreichen.
3. Schlanker Alleskönner: Black + Decker FSMH13E5
Erste Eindrücke: Mit seiner filigranen Form, dem Aluminium-Griff und einem transparenten Wassertank wirkt der Dampfreiniger von Black + Decker wie ein Gadget, das jeder gern im Haushalt willkommen heißt. Mit diesem Aussehen ist der Dampfreiniger sogar als Geschenk geeignet! Das blau-weiß gehaltene Gerät liegt leicht in der Hand und ist in wenigen Sekunden zusammengesteckt. Zum mitgelieferten Zubehör gehören neben dem Reinigungsfuß und einem Adapter auch ein Fensterabzieher, eine Fugenbürste, eine weitere kleine Bürste und ein Mikrofasertuch.
Inbetriebnahme: Den kleinen Wassertank an der Frontseite befüllen wir wahlweise direkt aus dem Wasserkrug. Da man den Füllstand des Tanks direkt sieht, entfällt das genaue Abmessen der Menge. Dennoch gut zu wissen: Der Tank fasst 380 Milliliter und reicht für circa elf Minuten Dauerbetrieb. Wir verbinden den Dampfmopp mit dem Strom, arretieren den Stiel und bringen den Reinigungsfuß an. Anschließend legen wir das Mikrofasertuch an der gewünschten Stelle auf den Boden und platzieren den Reinigungsfuß zum automatischen Ankletten darauf.
Reinigung: Nach Betätigung des roten Hauptschalters am Gerät dauert es nur wenige Sekunden, bis der Dampfreiniger einsatzbereit ist. Mit dem Drücken der Dampftaste, unmittelbar unter dem Hauptschalter, startet die Dampferzeugung. Beide Tasten sind bei der Nutzung als Handgerät übrigens deutlich bequemer zu erreichen, als mit angebrachter Griffstange. Die Reinigung der Bodenfliesen im Bad ist für den Dampfmopp von Black + Decker gar kein Problem. Sanft gleitet er auf dem selbst erzeugten Wasserfilm über den mattweißen Boden und nimmt dabei den Schmutz mit. Gegen den leichten Gelbstich in einigen Ecken kann er nichts ausrichten, was wir aber auch nicht erwartet hatten. Einen Wechsel aufs Parkett trauen wir uns am Ende nicht, da es keine Dampfregulierung gibt und der Boden im Bad deutlich feuchter wurde als zunächst erwartet. Positiv überrascht waren wir von der Fugenreinigung, bei der sich Schmutz löste, den wir zuvor gar nicht als solchen wahrgenommen hatten. Dampfreiniger, die mit relativ geringem Druck arbeiten, sind für diese Detailarbeit eigentlich keine ausgewiesenen Spezialisten. Am besten war das Ergebnis in unserem Test immer dann, wenn wir nach einem frischen Dampfstoß auf der zu reinigenden Stelle verharrten und den gelösten Schmutz unmittelbar danach mit Küchenkrepp wegwischten.
© Karl Lüdecke
Fazit: Der schlanke Dampfmopp von Black + Decker punktet mit seinem ästhetischen Design und einem unkomplizierten Handling. Die Verwandlung zwischen Boden- und Handgerät dauert nur eine Sekunde, denn den Griff ziehen wir einfach ab. Wir sind nach dem Test überzeugt, dass der Black + Decker im Alltag genau dank dieser Stärken häufig zum Einsatz kommen wird, auch wenn es Konkurrenten mit mehr Kraft auf dem Markt gibt. Pluspunkte sammelt das Gerät auch mit dem transparenten Tank und der praktischen Kabelhalterung am Griff.
4. Der mit den drei Ecken: Vileda Steam Plus 0064-03 + Power Pad
Erste Eindrücke: schwarzer Korpus, rote Knöpfe und ein silberner Griff aus Metall. Der Vileda Steam macht als selbststehendes Gerät eine richtig gute Figur. Raffiniert wirkt dabei die dreieckige Grundfläche des Dampffußes, hinter dem sich aber kein Design-Coup, sondern eine verbesserte Funktionalität verbirgt: Wie die späteren Tests belegen, kommen wir mit dem Dreieck deutlich leichter in die Ecken. Der Vileda Steam Plus versteht sich als Spezialist für die Reinigung von Böden, was auch das Zubehör zeigt. Zum Lieferumfang gehören zwei Mikrofaser-Wischbezüge, ein robusteres Power Pad und ein Teppichgleiter. Außerdem gibt es einen Messbecher, um das Wasser in den integrierten Tank zu füllen.
Inbetriebnahme: Die Montage des Vileda Steam Plus ist eine Sache von Sekunden. Oben klicken wir den Griff ein, unten den Fuß, also den Rahmen für das Power Pad. Dank der Klettverschlussvorbereitung am Rahmen positionieren wir das Pad auch bei diesem Dampfreiniger nur noch richtig, damit es im Anschluss automatisch haftet. Das Gerät kann dabei aufrecht stehen bleiben.
Reinigung: Das Stromkabel des Vileda Steam Plus 0064-03 ist stattliche sechs Meter lang, damit kommen wir ohne Umstecken durch die halbe Wohnung. Nach einem beherzten Rechtsdreh am roten Dampfschalter startet der Aufheizvorgang. Schon nach wenigen Sekunden strömt heißer Dampf aus den Düsen, dessen Intensität wir über den Dampfschalter stufenlos regulieren. Die Beschriftung "Min", "Mid" und "Max" dient also lediglich der Orientierung. Auf dem Fliesenboden im Bad haben wir zuvor mit schlammigen Schuhen einige Pirouetten gedreht. Für den Vileda-Dampfreiniger ist dieser Schmutz gar kein Problem, selbst bei niedrigster Einstellung. Weitgehend ohne Erkenntnisgewinn verläuft der anschließende Test auf dem Teppich im Arbeitszimmer. Den mitgelieferten Teppichgleiter klicken wir problemlos an und führen ihn fast ohne Widerstand über die Wolle. Wir haben die Dampfzufuhr hochgedreht, was den Ausstoß sichtlich erhöht. Der Teppich zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt. Er wird aufgrund der Feuchtigkeit lediglich ein bisschen dunkler, was auch schnell wieder nachlässt. Wirklich angenehm bei der Arbeit mit dem Vileda-Dampfreiniger ist, dass man – anders als bei allen anderen Geräten im Test – nicht ständig eine Taste drücken muss, um für Dampf zu sorgen. Der Ausstoß wirkt noch dazu ausgesprochen gleichmäßig. Als praktisch empfinden wir das Sichtfenster für den Wasserstand. Etwas beunruhigend ist hingegen, dass das obere Ende der Griffstange nachgibt, sobald wir das Gerät seitlich über den Boden bewegen. Sehr willkommen war die Kabelhalterung am Griff. Eine Höhenverstellung gibt es zwar nicht, wir haben sie aber auch nicht vermisst, da uns der Neigungswinkel zum Justieren genügte.
© Karl Lüdecke
Fazit: Geht es ausschließlich um die Reinigung von Hartböden im Alltag, ist der Vileda Steam Plus die erste Wahl. Er schafft mit einem Tankvolumen die gesamte Wohnung. 130 Quadratmeter gibt der Hersteller an. Der schwenkbare Dreieckskopf erleichtert die Reinigung in den Ecken und zwischen eng stehenden Möbeln.
5. Schnauft und keucht: Hoover Steam Capsule 2in1
Erste Eindrücke: Der Hoover Steam Capsule 2in1 wirkt schon auf den ersten Blick sehr solide. Der ergonomische Griff und der Korpus sind massiv und liegen schwer in der Hand. Der Steckmechanismus und das Petrolblau vieler Elemente, nicht zuletzt des Tanks, verleihen dem Gerät eine futuristische Anmutung. Nach dem Öffnen der Verpackung erwartet uns zunächst ein Beutel mit Zubehör, darunter vier verschiedene Rundbürsten und einen Aufsatz zur Fensterreinigung. Ein Saugschlauch und die deutlich größeren Aufsätze zur Bodenreinigung folgen weiter unten im Karton. Es handelt sich um eine dreieckige Bürste, auf die Sie die Bodendüse für große Flächen aufstecken. Ebenfalls mit dabei sind ein Teppichgleiter und zwei große und ein kleines Multifunktionstuch. Das Zubehör ist umfangreich und eröffnet eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Reinigung und Desinfektion.
Inbetriebnahme: Im ersten Schritt stecken wir den Griff an den Gerätekorpus und sichern ihn anschließend mit der mitgelieferten XXL-Schraube. Das gelingt schnell, denn Schraubenzieher aller Größen gehören für Tester zur Basisausstattung. Jetzt fehlt nur noch die Bodendüse, die ganz ohne Schraubverbindung hörbar einrastet. Damit ist das Gerät komplett und wir machen uns an die Versorgung mit Wasser und Strom. Den kleinen Tank des Hoover Capsule 2in1 nehmen wir mit sanftem Druck auf die seitlichen "Push and Go"-Tasten ab, was das Befüllen erleichtert. Allerdings ist die Öffnung an der Unterseite des Tanks so klein, dass einiges danebengeht. Hätten wir es nur geahnt, denn genügend Filter hatten wir in der Kammer. Da das Stromkabel mit seinen sieben Metern alle Längenrekorde bricht, gab es mehr als genug freie Steckdosen im Arbeitsumkreis.
Reinigung: Wir haben zuerst das Handgerät herausgelöst. Die Bodendüse und der verlängerte Griff bleiben dabei einfach stehen, ein durchdachtes Prinzip. Auf dem Handgerät befestigen wir die kleinen Aufsätze, wahlweise mit oder ohne Saugschlauch als Zwischenstück. Wir nutzen den Schlauch gemeinsam mit der kleinen Metallbürste, um uns an einem verschmutzten Blech zu probieren. Beim Drücken der Einschalttaste des Hoover Steam Capsule 2in1 leuchtet ein rotes Lämpchen auf. Keine halbe Minute später gesellt sich ein grünes Licht hinzu. Da die Sonne den Raum erhellt, ist der matte Schein der Dioden allerdings kaum zu erkennen. Später stellt sich heraus: Rot und Grün leuchten hier zeitgleich, denn Rot zeigt die Betriebsbereitschaft an, Grün die Verfügbarkeit von Dampf. Wir starten mit der mittleren Stufe und betätigen die Taste für die Dampffreigabe an der Innenseite des Griffs. Als Reaktion ertönt ein Knattern, Dampf erhalten wir nicht. Wir lesen daraufhin erneut die Bedienungsanleitung, prüfen alle Steckverbindungen am Gerät und den Wasserstand im transparenten Tank. Alles scheint in bester Ordnung zu sein. Beim nächsten Versuch führt das längere Drücken der Taste zur Dampffreigabe schließlich zum Erfolg. Es strömt heißer Dampf aus der Düse, allerdings weiterhin eher ungleichmäßig. Manchmal kommt gar kein Dampf, manchmal sehr viel, sogar noch Sekunden nach dem Loslassen der Griff-Taste. Auch das Knattern, langsam klopfend auf der niedrigen Stufe, deutlich schneller bei "High". Das Phänomen zieht sich durch den gesamten Test und beeinflusst damit die Ergebnisse und natürlich auch die Bewertung. Vor allem die drei Stufen der Dampfintensität ließen sich schwer abschließend beurteilen. Wir haben ein zweites Gerät bestellt, um auszuschließen, dass es sich um einen Produktionsfehler handelt, doch hier zeigte sich dasselbe Bild. Schade, denn mit 1.700 Watt ist der Hoover das stärkste Gerät im Test. Am Ende gelingt es zwar, das Blech und verschiedene Bodenflächen zu reinigen, ohne die Aussetzer würde das aber deutlich schneller gehen.
© Karl Lüdecke
Fazit: Der Hoover Steam Capsule 2in1 ist ein Allrounder, der für Hartböden und zum Auffrischen von Teppichen ebenso geeignet ist wie für glatte Oberflächen in Küche und Bad. Eine Vielzahl an Aufsätzen gehört zum Lieferumfang. Der Wechsel zwischen Dampfmopp, also der Bodenreinigung, und dem Handgerät gelingt dank des durchdachten Steckprinzips mit wenigen Handgriffen. Das Reinigen mit diesem Gerät könnte ohne die Probleme mit der Dampfintensität und dem klopfenden Geräusch richtig Spaß machen. Da beides im Test fast permanent auftrat, war eine gute Platzierung jedoch nicht möglich.
Diese Dampfreiniger könnten sich ebenfalls lohnen
Leifheit Clean Tenso Power 2.0
Der Leifheit Clean Tenso Power 2.0 ist ein Dampfreiniger für Hartböden und Teppiche. Sein Tank fasst 680 Milliliter, womit sich bis zu 50 Minuten lang heißer Dampf erzeugen lässt. Sechs Düsen und ein Mikrofaser-Wischpad an der Unterseite sorgen dafür, dass Sie den reinigenden Dampf gut verteilen. Die Intensität des Dampfes regulieren Sie beim Leifheit Clean Tenso Power stufenlos. Die Aufheizzeit gibt der Hersteller mit einer halben Minute an. Dank des 7 Meter langen Stromkabels verfügt der Leifheit-Dampfreiniger über einen sehr großen Wirkungskreis, was die Arbeit insbesondere auf großen Flächen bequemer macht. Zum Lieferumfang gehört ein Teppichgleiter, um textile Böden aufzufrischen.
Shark Boden- & Hand-Dampfreiniger S6005EU
Der Shark Boden- & Hand-Dampfreiniger S6005EU zählt zu den Boden-Dampfreinigern, die sich blitzschnell in ein Handgerät verwandeln. Er reinigt also nicht nur versiegelte Bodenflächen, sondern auch viele andere Oberflächen wie Fliesenfugen, Herdplatten und Armaturen. Eine Besonderheit dieses Dampfreinigers ist der integrierte Dampfstrahler, den Sie direkt auf den Schmutz richten können, noch bevor das Reinigungspad oder die Bürste die Stelle erreichen. Mit der sogenannten "Klik 'n' Flip"-Technologie schafft es Shark zudem, die Nutzung des Pads zu optimieren. Der Wischaufsatz ist drehbar, womit der bis dahin unbenutzte Teil auf den zu reinigenden Boden gelangt. Den Wischbezug lösen Sie per Knopfdruck. Zum umfangreichen Lieferumfang gehören diverse Düsen, Bürsten und zwei sogenannte Dirt-Grip-Wischbezüge zum rückstandslosen und streifenfreien Reinigen der Böden.
Thomas Vaporo Buggy Dampfreiniger
Das deutsche Familienunternehmen Robert Thomas ist ein Spezialist für Reinigungsgeräte. Mit dem Thomas Vaporo Buggy gehört auch ein hochwertiger Dampfreiniger zum Sortiment. Er arbeitet mit einem Druck von 3,5 Bar und ist für Böden ebenso geeignet wie für Armaturen, Fugen und Herde. Das Gerät verfügt über einen riesigen Aktionsradius, da sich zum 6,5 Meter langen Kabel auch noch ein 2 Meter langer Schlauch addiert. Der große Tank ermöglicht es, rund 50 Minuten ohne neue Tankfüllung zu arbeiten. Die Dampfmenge ist regulierbar. Zum umfangreichen Lieferumfang gehören neben der Dampfbodendüse und dem Reinigungstuch auch eine Fensterdüse, ein Schaber, eine Punktstrahldüse und eine Runddüse.
Dampfreiniger: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Welche Vorteile haben Dampfreiniger?
Dampfreiniger entfernen nicht nur Schmutz, sondern auch schädliche Keime, Viren und Bakterien. Die Erfolgsquote liegt nach Angaben vieler Hersteller bei 99,99 Prozent. Bei dieser thermischen Desinfektion tötet der heiße Wasserdampf die Mikroorganismen ab, da deren Zellstruktur Temperaturen von mehr als 70 Grad nicht verträgt. Der Druck unterstützt die gründliche Desinfektion. Er hilft dabei, in die kleinsten Ritzen zu gelangen. Selbst Gerüche haben so keine Chance. Ein willkommener Nebeneffekt der Dampfreinigung sind die erhöhte Luftfeuchtigkeit und die Bindung von Staubpartikeln. Das Raumklima wird dadurch angenehmer.
Für wen eignen sich Dampfreiniger?
Von der thermischen Desinfektion profitieren alle, im privaten Haushalt, im Büro und in öffentlichen Einrichtungen. Da beim Dampfreinigen keinerlei Chemie eingesetzt wird, ist die Methode für Allergiker ideal. Kleinkinder, die über den Boden krabbeln und viele Gegenstände in den Mund nehmen, kommen nicht mit chemischen Rückständen in Berührung. Das ist auch für Haustiere vorteilhaft.
Wie umweltfreundlich sind Dampfreiniger?
Dampfreinigen ist aktiver Umweltschutz, nicht allein aufgrund des Chemieverzichts. Die hohe Effektivität der Geräte hilft auch beim Wassersparen. Die Ökobilanz verbessert sich weiter, wenn Sie grünen Strom verwenden.
Wann ist beim Dampfreinigen Vorsicht geboten?
Bei offenporigen, unversiegelten Oberflächen kann der heiße Dampf auf Dauer zu Schäden führen, da einige Geräte 100 Grad und mehr erreichen. Die empfindlichen Materialien quellen auf und verformen sich. Auch PVC-Böden oder lackierte Flächen leiden, wenn sich der Leim oder Lack im heißen Wasserdampf löst. Bei Teppichen oder Textilien aus Naturfasern sollten Sie darauf achten, dass sie nach der Dampfreinigung gut trocknen. Anderenfalls kann sich Schimmel bilden.
Worauf sollte ich beim Kauf eines Dampfreinigers achten?
Entscheidend für den Kauf ist der gewünschte Einsatz. Dient das Gerät hauptsächlich zur Reinigung von Böden, sind ein Bodendampfreiniger, ein Dampfbesen oder ein Dampfmopp die richtige Wahl. Diese Gerätetypen eignen sich zur Reinigung von Flächen, wobei der leichte und damit sehr handliche Dampfbesen eher für kleinere Räume konzipiert ist. Dampfdruck, Leistungsaufnahme und Größe des Wassertanks variieren je nach Gerät. Dampfreiniger mit höherem Druck können Verschmutzungen besser lösen. Mindestens drei Bar sollten es sein. Die in Watt angegebene Leistung hat vor allem Einfluss auf die Aufheizzeit, aber auch auf die Konstanz und die Intensität der Dampferzeugung. Ein großer Wassertank ermöglicht die Reinigung großer Flächen, ohne Wasser nachzufüllen. Viele Hersteller geben an, welche Fläche mit einer Füllung gereinigt werden kann. Bei unserem Testsieger, dem Kärcher SC2 Deluxe, sind es zum Beispiel 75 Quadratmeter, beim Dampfreiniger von Vileda sogar bis zu 135. Neben den Bodenspezialisten gibt es die Hand-Dampfreiniger. Sie reinigen Fliesen und Fugen, Armaturen und Herdplatten, Küchenutensilien, Autofelgen und Fensterscheiben. Verschiedene Aufsätze optimieren den Arbeitsprozess. Ebenfalls erhältlich, aber nicht Teil unseres Tests, sind Dampfsauger. Sie kommen ohne Mikrofasertücher aus und saugen das Schmutzwasser nach der Reinigung direkt ein.
Welches Wasser kann ich verwenden?
Die meisten Hersteller geben an, dass die Geräte Leitungswasser vertragen. Sollte es besonders hart sein und der Dampfreiniger keine integrierte Filterkartusche besitzen, sollten Sie das Wasser zuvor entkalken oder eine Mischung aus Leitungswasser und destilliertem Wasser verwenden. Mit warmem Wasser verkürzen Sie die Aufheizzeit. Allerdings sollten Sie stets die Vorgaben in der Bedienungsanleitung beachten. Einige Hersteller empfehlen beispielsweise nur kaltes Wasser, da das Gerät sonst beschädigt werden könnte. Andere raten von destilliertem Wasser ab, unter anderem weil damit die Füllstandserkennung nicht mehr funktioniert.
Quellen: Hersteller
