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Forsches Ziel und Systemfehler: Start der Eishockey-Frauen

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Das Frauen-Eishockey in Deutschland findet so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Erstmals seit 2014 sind die deutschen Frauen wieder bei Olympia dabei. Die Bühne wollen sie nutzen. Forsch kehren Deutschlands Eishockey-Frauen nach zwölf Jahren Abstinenz auf die olympische Bühne zurück. Für das von Führungsspielerin Nina Jobst-Smith selbstbewusst formulierte Ziel ist ein Sieg zum Auftakt am Donnerstag (12.10 Uhr/ZDF und Eurosport) gegen Schweden fast schon Pflicht. "Ich will ins Halbfinale. Je höher du dir die Messlatte legst, desto wahrscheinlicher wirst du sie erreichen. Wir müssen uns als Team pushen", sagte die Verteidigerin der Vancouver Goldeneyes aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL der Deutschen Presse-Agentur. Jobst-Smith ist die wichtigste Spielerin im Kader von Bundestrainer Jeff MacLeod. Obwohl sie lange verletzt war, hielt der Bundestrainer ihr den Kaderplatz für die Winterspiele in Mailand frei. Pünktlich zum ersten Spiel noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier am Freitag ist sie wieder bereit. "Ich habe den ganzen Monat schon wieder für meinen Club in Vancouver gespielt. Ich fühle mich gut und fit", sagte die 24-Jährige, die in Kanada aufgewachsen ist. Ihre Fitness ist wichtig für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes. Nur Olympia-Neulinge im Kader "Sie ist enorm wichtig und ihre Stimme hat Präsenz in der Kabine", befand MacLeod. Und diese Stimme scheint sie nutzen zu wollen. "Wir wollten uns für Olympia qualifizieren, jetzt sind wir hier, jetzt müssen wir die Messlatte höher legen", sagte Jobst-Smith, für die die Winterspiele eine Premiere sind. Wie für das gesamte Team. Kapitänin Daria Gleißner von den Memmingen Indians musste 2014 in Sotschi vor dem Start verletzt abreisen. Seitdem haben es die deutschen Frauen nicht wieder auf die Olympia-Bühne geschafft. Und die ist wichtig für ihren Sport. Denn mehr als um Medaillen geht es den deutschen Frauen darum, sich für einige Tage in das Bewusstsein der Sportöffentlichkeit zu spielen. Frauen-Eishockey findet in Deutschland de facto im Verborgenen statt. Gerade einmal fünf Teams bilden die heimische Bundesliga (DFEL), darunter kommt eins sogar aus Ungarn. Bei den Spielen schauen im Schnitt 100 Menschen zu. "Man muss auch sagen, die deutsche Liga ist vielleicht jetzt nicht so attraktiv", bekannte Franziska Feldmeier von den Eisbären Juniors Berlin. Die Angreiferin, die am Donnerstag 27 Jahre alt wird, mahnt Verbesserungen an und fordert ein größeres Engagement von mehr Clubs der Männerliga DEL. "Für viele ist es kein Tagesgeschäft, das ist Männereishockey", sagte Feldmeier. "Deutschland ist da sehr hinterher. Die Vereine bilden die Jungs aus." Spielerinnen fordern größeres DEL-Engagement und Reformen Die Folge: Im Leistungsbereich der Frauen kommen kaum mehr Spielerinnen an. Der Olympiakader stellte sich von alleine auf. "Wir haben fünf, maximal sechs Reihen, die auf Nationalmannschaftsniveau sind. Dann wird es schon dünner", sagte Laura Kluge, eine von drei PWHL-Profis. Auch die Angreiferin von Boston Fleet fordert: "Da muss man ansetzen und schon im Nachwuchs anfangen." Weil es in Ermangelung an Sponsoren und Eiszeiten kaum reine Mädchenteams gibt, spielen die meisten bis zum Alter von 16 Jahren in Jungenmannschaften. "Da fallen viele Mädchen hinter über", klagte Feldmeier. "Man muss immer besser sein als der beste Junge, um eine faire Chance zu haben." Viele Talente fallen so durchs Raster und hören als Teenager mit dem Sport auf. Für die, die dabei bleiben, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder den Sprung nach Nordamerika wagen und es bis in die PWHL schaffen. Dort trainieren und spielen Torhüterin Sandra Abstreiter, Jobst-Smith und Kluge unter absoluten Profi-Bedingungen und vor zehntausenden Zuschauern. Oder in Deutschland zur Bundeswehr gehen und nebenbei Eishockey spielen. "Ansonsten wäre es nicht möglich", sagte Feldmeier, die auch einen Beruf (Industriekauffrau) erlernt hat und nebenbei ihren Bachelor (Human Resources) macht. "Es ist immer noch viel zu tun. Aber ich hoffe, dass die Olympischen Spiele einiges voran bringen", sagte Feldmeier. Ein Halbfinal-Einzug würde dabei ganz gewiss helfen. Das Viertelfinale ist aber deutlich realistischer. Dafür müsste Deutschland nach den weiteren Spielen gegen Japan (Samstag), Frankreich (Montag) und Gastgeber Italien (Dienstag) mindestens Gruppendritter werden.






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