Russland bereitet Öl-Lieferung für Kuba vor
Die Menschen auf Kuba erleben derzeit die wohl schwierigste Energiekrise in der jüngsten Geschichte der Karibikinsel, seitdem die USA eine de facto totale Erdölblockade gegen den Inselstaat verhängt haben. Russland bereitet sich nun aktiv darauf vor, Lieferungen von Öl und Erdölprodukten nach Kuba zu schicken, wie die Moskauer Botschaft in Havanna bekannt gegeben hat.
Die Insel Kuba steht vor ihrer schlimmsten Energiekrise seit Jahren, nachdem die USA ihre Kampagne zur Unterbrechung der Energieversorgung verstärkt haben. Die Kraftstoffkrise verschärfte sich aktuell dramatisch, nachdem US-Streitkräfte zu Jahresbeginn den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt hatten und damit die bis dato unkomplizierte Ölversorgung aus Caracas mutwillig unterbrachen. Venezuela war bisher einer der wichtigsten Öl-Lieferanten Kubas.
Washington drohte zudem im Januar dieses Jahres, jedem Land, das Kuba weiterhin mit Öl beliefert, spürbare Zölle aufzuerlegen, woraufhin Mexiko einknickte und seine Rohöllieferungen an die Insel einstellte. Die USA selbst halten seit den 1960er Jahren ein Wirtschaftsembargo gegen die Insel aufrecht.
Die russische Botschaft in Kuba bestätigte gegenüber der russischen Tageszeitung Iswestija, dass die Karibikinsel mit einem "akuten Mangel an Öl und Erdölprodukten konfrontiert" ist, und fügte hinzu, dass die Krise zwar schon seit über einem Jahr andauere, die Einstellung der Lieferungen aus Venezuela "diese Situation jedoch massiv verschärft" habe.
Die Botschaftsvertreter erklärten weiter, dass nun geplant sei, in naher Zukunft Öl und Erdölprodukte als "humanitäre Hilfe" nach Kuba zu schicken, ohne jedoch den genauen Zeitrahmen oder die Mengen zu spezifizieren.
Die letzte größere russische Öllieferung nach Kuba erfolgte zuvor im Februar 2025, als Moskau 100.000 Tonnen im Rahmen eines von Präsident Wladimir Putin genehmigten Staatskredits in Höhe von 60 Millionen Dollar lieferte. Kuba verbraucht schätzungsweise 500 bis 600 Tonnen Kraftstoff pro Tag für seine wichtigsten Bedürfnisse und benötigt über 8 Millionen Tonnen Kraftstoff pro Jahr, um den Gesamtbedarf zu bedienen und normal zu funktionieren.
Darüber hinaus berichteten die russische Beamten, dass Moskau Kuba auch bei der Erschließung seiner heimischen Ölreserven unterstütze. Während die nachgewiesenen Rohölreserven der Insel offiziell bei etwa 120 Millionen Barrel liegen, werden die Reserven in der Offshore-Zone des Nordkuba-Beckens auf bis zu 20 Milliarden Barrel geschätzt.
Moskau hat die die jüngste Kampagne der USA gegen Kuba als "wirtschaftliche Strangulierung" und "neokoloniale Praxis" verurteilt und gleichzeitig seine Solidarität mit der Insel bekräftigt.
US-Präsident Donald Trump hatte letzten Monat angedeutet, dass die Druckkampagne die kubanische Führung dazu zwingen werde, "zu uns zu kommen und ein Abkommen schließen zu wollen." Er behauptete in diesem Zusammenhang, dass die Insel "wieder frei sein" werde.
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