Добавить новость
103news.com
World News in German
Февраль
2026
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28

Rubios Rede in München: Die Nationalistische Neuordnung des Westens

0
Erleichterten Applaus gab es für Marco Rubio in München. Doch wer genau hinhörte, erkannte keine Versöhnungsrede, sondern eine elegant verpackte, ideologische Kampfansage. Bastian Brauns berichtet aus Washington Die ersten Reaktionen auf Marco Rubios Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz klangen so, als hätte Trumps Außenminister dort eine große transatlantische Versöhnungsrede gehalten. Anders als bei den aggressiven Worten von US-Vizepräsident JD Vance im vergangenen Jahr gab es viel Applaus und stehende Ovationen vom Publikum. Ja, es wurde sogar herzlich gelacht. Es gab Politiker, die Rubios Rede als "ausgezeichnet" und "ermutigend" bezeichneten. Andere vernahmen ein "erleichtertes Seufzen" im Saal. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lobte gar den "neuen Sound aus den USA" und freute sich über "eine neue Wertschätzung und Partnerschaft für Europa". Wer genauer zuhörte, konnte aber erkennen: Die vermeintlich freundliche Rede von Rubio war keine Bündnisrede unter gleichberechtigten Partnern. Sie war, wie schon bei JD Vance 2025, eine ideologische Kampfansage, nur eleganter verpackt. Gerade im Angesicht der vor wenigen Monaten veröffentlichten US-Sicherheitsstrategie wirkte der Auftritt in München nicht wie ein Angebot partnerschaftlicher Erneuerung, sondern wie eine Ansage zur transatlantischen Neuordnung unter der MAGA-Führung der USA . Trotz der geschmeidigen Worte Rubios sollte man nicht vergessen: Er hat an dieser Sicherheitsstrategie maßgeblich mitgewirkt. Darin werden nicht Russland oder China , sondern die Europäische Union als vorrangiges Problem für die USA beschrieben. Codes statt Konsens In seiner Rede sprach Rubio vom Westen als einer "großartigen und noblen Zivilisation". Er sprach vom "christlichen Glauben", vom gemeinsamen kulturellen "Erbe", von "geteilter Abstammung" und vom "Überleben" ebendieser Zivilisation. Wer diese Begriffe für wohlklingende Geschichtsrhetorik hält, unterschätzt, dass sie politisch aufgeladen sind. Es ist das Vokabular eines zivilisatorischen Abwehrkampfes. Eine Erzählung, die rechte Nationalisten in den USA und in Europa seit Jahren bedienen: Europa und die USA als bedrohte Kultur, als christlich geprägte Schicksalsgemeinschaft, als historisch gewachsene Identität, die gegen Migration und Multilateralismus verteidigt werden muss. Ausgerechnet als Kind von Einwanderern zeichnete Rubio Migration als existenzielle Bedrohung, als destabilisierende Kraft und als Gefahr für Zusammenhalt und kulturelle Kontinuität. Es waren rechtsnationalistische und identitätspolitische Codes, die sich durch die gesamte Rede des Außenministers zogen. Vielsagende Leerstellen Auffällig war auch, was Rubio nicht sagte. Mit keinem Wort erwähnte er die Europäische Union als zentralen politischen Akteur Europas. Keine Würdigung ihrer friedenserhaltenden Integrationsleistung. Keine Anerkennung der EU als demokratisch legitimierter, geopolitischer Akteur. Er sprach von Nationen, von Völkern und von Souveränität. Es sind Worte, die zum Modell eines "Europas der Vaterländer" passen, wie es die europäischen Rechtsaußenparteien propagieren. Es sind Akteure, deren gewählte Abgeordnete im EU-Parlament sitzen, das sie abschaffen wollen. Die Trump-Regierung macht mit ihnen gemeinsame Sache. Der Plan für Europa ist überdeutlich: Weg von geteilter Souveränität, hin zu renationalisierter Macht. Es ist kein Zufall, dass Rubio von München direkt weiter in die Slowakei und nach Ungarn reiste. Dort unterstützt er in Trumps Auftrag mit Robert Fico und Viktor Orbán Nutznießer der EU, die zugleich ihre stärksten Feinde sind. Dazu passte nur zu gut, wie Rubio mehrfach die "regelbasierte Ordnung", also das Völkerrecht, attackierte. Schluss mit dem "Outsourcing" nationaler Souveränität, forderte Rubio. Internationale Institutionen stellte er als ineffektiv, moralistisch und korrupt dar. Rubios gefährliche Botschaft: Wenn andere sich nicht an Regeln halten, warum sollten wir es? Statt normativer Selbstverpflichtung setzte er wie Trump auf machtpolitische Durchsetzung unter amerikanischer Führung. Das "Board of Peace" unter einem cäsarenhaften Vorsitzenden Donald Trump soll dabei die Alternative zu den "reformbedürftigen" Vereinten Nationen sein. Ein rechter Resonanzraum Die bitterste Provokation aus deutscher Sicht in Rubios Rede war, als er von Verbündeten sprach, die "von Schuld und Scham gefesselt" seien. Es ist eine Formulierung, die an den angeblichen "Schuldkult" erinnert, wie ihn AfD-Rechtsextremist Björn Höcke propagiert. Rubio vollzog hier einen kulturellen Schulterschluss mit Kräften, die das Übernehmen historischer Verantwortung als Schwäche auslegen. Kein Wunder, dass der Außenminister die ursprünglich aus Spanien stammende Cowboy-Kultur Amerikas und die heroischen Seefahrer lobte. Und den Völkermord an der indigenen Bevölkerung und den mörderischen Sklavenhandel aussparte. Die Trump-Regierung setzt alles daran, die dunklen Kapitel der eigenen Vergangenheit unsichtbar zu machen. Auch Rubio arbeitet mit an einer transatlantischen, durchweg christlich geprägten weißen Traditionslinie. Ähnlich gefährlich ist seine Kritik am angeblichen "Klimakult". Rubios Worte fielen ausgerechnet, nachdem die Trump-Regierung wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gesundheits-, Umwelt- und Klimabelastung durch Treibhausgase politisch komplett delegitimiert hatte. Rubio warb damit für eine rein fossil getriebene "Reindustrialisierung" und die Abkehr von wissenschaftsbasierter Politik. Gefährlicher Beifall Seine Schlussformel "Yesterday is over" (Gestern ist vorbei) bedeutet übersetzt: Vorbei ist die Ära einer auf internationalen Normen basierenden Zurückhaltung der Amerikaner. Vorbei ist es mit multilateralem Idealismus und freiem Handel. Dass eine solche Rede in München so viel Anerkennung von Europas Politikern erhielt, ist bedenklich. Ihre Reaktionen zeugen einmal mehr von strategischer Nervosität, eigener Orientierungslosigkeit und der Bereitschaft, weiter die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Nein, das war keine freundliche Rede zur Erneuerung des transatlantischen Bündnisses. Es war der Versuch, den Westen neu zu definieren. Und zwar als zivilisatorischen Machtblock nationalistischer Staaten, die kulturell am besten homogen, migrationsfeindlich und von historischer Schuld befreit sein sollen. Wer dafür applaudiert hat, sollte wissen, welcher Erzählung er hier Beifall gespendet hat.






Губернаторы России





Губернаторы России

103news.net – это самые свежие новости из регионов и со всего мира в прямом эфире 24 часа в сутки 7 дней в неделю на всех языках мира без цензуры и предвзятости редактора. Не новости делают нас, а мы – делаем новости. Наши новости опубликованы живыми людьми в формате онлайн. Вы всегда можете добавить свои новости сиюминутно – здесь и прочитать их тут же и – сейчас в России, в Украине и в мире по темам в режиме 24/7 ежесекундно. А теперь ещё - регионы, Крым, Москва и Россия.

Moscow.media


103news.comмеждународная интерактивная информационная сеть (ежеминутные новости с ежедневным интелектуальным архивом). Только у нас — все главные новости дня без политической цензуры. "103 Новости" — абсолютно все точки зрения, трезвая аналитика, цивилизованные споры и обсуждения без взаимных обвинений и оскорблений. Помните, что не у всех точка зрения совпадает с Вашей. Уважайте мнение других, даже если Вы отстаиваете свой взгляд и свою позицию.

Мы не навязываем Вам своё видение, мы даём Вам объективный срез событий дня без цензуры и без купюр. Новости, какие они есть — онлайн (с поминутным архивом по всем городам и регионам России, Украины, Белоруссии и Абхазии).

103news.com — живые новости в прямом эфире!

В любую минуту Вы можете добавить свою новость мгновенно — здесь.

Музыкальные новости




Спорт в России и мире



Новости Крыма на Sevpoisk.ru




Частные объявления в Вашем городе, в Вашем регионе и в России