Nach groben Fehlern des ZDF im "heute journal" gerät Dunja Hayali ins Kreuzfeuer. Die Hasswelle gegen die Journalistin hält schon seit 2007 an. Beim ZDF herrscht Ausnahmezustand – und mittendrin ist Dunja Hayali . Am Sonntag wurden KI-generierte Bilder in einem "heute journal"-Beitrag über die ICE-Einsätze in den USA verwendet. Diese waren nicht als solche gekennzeichnet. Auch altes Archivmaterial aus dem Jahr 2022, das nichts mit den aktuellen Abschiebemaßnahmen zu tun hat, war in dem Bericht zu sehen. Der Sender räumte daraufhin "handwerkliche Fehler" ein und bat um Entschuldigung. Der Beitrag wurde auf allen Plattformen gelöscht. Bei den Zuschauern bleibt allerdings das Misstrauen – in die Berichterstattung, in die Öffentlich-Rechtlichen und in Dunja Hayali. Sie war es, die am Sonntagabend den fehlerhaften "heute journal"-Beitrag anmoderiert hatte. Wirbel um ZDF-Sendung: Dieser Fall muss Konsequenzen haben Verweis aufs Regelwerk lässt aufhorchen: ZDF zieht nach "heute journal"-Fehler Konsequenzen Über die 51-Jährige bricht seither eine Hasswelle herein. In den sozialen Medien wird sie mit Vorwürfen und Wutreden konfrontiert. Sie wird als "Lügnerin" bezeichnet, andere fordern ihr ZDF-Aus. "Diese Frau macht, was sie will, und hat beim ZDF ganz offensichtlich völlige Narrenfreiheit", schreibt ein Nutzer auf X. "Dunja Hayali wusste nichts von den handwerklichen Fehlern" Dabei gibt es keine Hinweise darauf, dass Hayali selbst für den Beitrag mitverantwortlich war. Wer dahintersteckt, sagt das ZDF nicht. In einem Statement auf Anfrage von t-online ist nur von einer "Autorin" die Rede. Sie habe "Videomaterial zur Bebilderung ihres Beitrags ausgewählt, ohne es vorher gewissenhaft und vollständig auf Herkunft und Authentizität überprüft zu haben". Der Sender nimmt Hayali sogar ausdrücklich in Schutz und betont in einer Pressemitteilung: "Dunja Hayali wusste nichts von den handwerklichen Fehlern im Beitrag." Dennoch meldete sich Hayali auf Instagram zu Wort. "In einem Beitrag aus NY, der am Sonntag im 'heute journal' lief, wurden gleich zwei Fehler gemacht. Das Team samt Nachrichten-Chefin bitten dafür ausdrücklich um Entschuldigung", schrieb sie auf Instagram. Während einige in den Kommentaren den Mut loben, einen Fehler einzuräumen, verstummen dadurch längst nicht alle Kritiker. Dass ausgerechnet Dunja Hayali zur Zielscheibe wird, obwohl sie selbst keinen nachweislichen Fehler gemacht hat, ist nicht überraschend, blickt man auf ihre Historie. 2007 trat Hayali in die Öffentlichkeit und übernahm die Moderation der ZDF-"heute"-Nachrichten und des ZDF-"Morgenmagazin". Claus Kleber warnte sie vor einer "Welle des Hasses" Ihr Moderationskollege Claus Kleber habe damals schon geahnt, was auf sie zukommt, sobald ihr Name eingeblendet wird, erzählte sie 2021 in der Sky-Doku "Her Story mit Dunja Hayali". Sie ist als Tochter irakischer Christen aus Mossul in Datteln, einer Stadt im Ruhrgebiet, aufgewachsen. Ihr Name verrät ihre Familiengeschichte. "Zieh' dich warm an, da wird eine Welle des Hasses und der Ablehnung über dich hinwegschnappen", habe Kleber ihr vor ihrer ersten Sendung gesagt. Und er sollte recht behalten. Nach eigener Aussage habe sie zu spüren bekommen, was es bedeutet, als "Frau mit Migrationsvordergrund in einer sehr deutschen Sendung zu sitzen". Das Ganze potenzierte sich während der Flüchtlingskrise im Jahr 2015. "Dann war das, was ich 2007 und die folgenden Jahre erlebt habe, ein Kindergarten", so Hayali. Es folgten weitere Hasswellen. Bei einer Corona-Demo wurde sie etwa beschimpft und bedroht. Dabei zeigt sich Hayali ihren Kritikern gegenüber stets offen. "Wir brauchen solche Impulse", sagte sie in der Sky-Doku. Aus Reibung entstehe etwas Neues, der Austausch sei wertvoll. Deshalb antworte sie sogar auf einige Hassnachrichten, auch wenn diese oft überhandnehmen: "Ich komme nicht mehr hinterher." Gleichzeitig müssen jedoch Grenzen gewahrt werden. Oft werden sie überschritten, wie etwa 2025. Damals berichtete Dunja Hayali im "heute journal" über den Tod von Charlie Kirk und bezeichnete ihn als "extremen und extrem umstrittenen Influencer" und "radikal religiösen Verschwörungsanhänger". Die Folge: Morddrohungen. "Meinungsfreiheit hat Grenzen" Einige davon teilte Hayali auf Instagram und schrieb: "Meinungsfreiheit hat Grenzen … Ein kleiner Auszug der letzten Tage." Zu lesen waren Nachrichten wie "Ich hoffe sie werden vor ihrer Familie erschossen" und "Diese Frau ist 1.000-mal bösartiger und schlimmer als Joseph Goebbels". Nach der Flut an Hass nahm sich Hayali eine Auszeit von den sozialen Medien, kehrte aber nach einigen Tagen wieder zurück. Von dem Gegenwind lässt sie sich nicht beirren, zeigt sich online weiterhin offen und auch privat. Ihre Follower bekommen unter anderem ihr Leben mit Hündin Wilma zu sehen. Im Privaten engagiert sich Hayali zudem sozial. Mitunter ist sie offizielle Botschafterin der Initiative "Respekt! Kein Platz für Rassismus", unterstützt den Verein "Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland" und ist Mitglied im Aufsichtsrat von "Save the Children". Für ihr Engagement wurde Hayali vielfach ausgezeichnet. 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Trotz der jahrelangen Anfeindungen vertritt Hayali als queere Frau mit Migrationshintergrund eine klare Haltung. Sie fördert und fordert den Austausch, gleichzeitig aber auch Respekt. Inmitten der Aufarbeitung des ZDF-Fehlers im "heute journal" wird sie sich dies womöglich auch von ihren Kritikern wünschen.