Fall Jeffrey Epstein: Andrew Mountbatten-Windsor in U-Haft: Das sagt die Familie von Virginia Giuffre
Andrew Mountbatten-Windsor ist wegen Amtsmissbrauchs festgenommen worden. Wenig später hat die Familie des Missbrauchsopfers Virginia Giuffre dazu Stellung bezogen.
Die Familie von Virginia Giuffre findet klare Worte zu der Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor. Der Schritt sei mehr als nur eine juristische Entwicklung und sie seien sehr froh darüber, teilten die Angehörigen des verstorbenen Epstein-Opfers mit.
„Endlich sind unsere gebrochenen Herzen erleichtert worden durch die Nachricht, dass niemand über dem Gesetz steht – nicht einmal Mitglieder des Königshauses“, heißt es in einer Erklärung der Familie, die unter anderem der US-Sender CBS veröffentlichte. Im Namen ihrer Schwester Virginia Roberts Giuffre dankten die Angehörigen der britischen Thames Valley Police für deren Ermittlungen und die Festnahme von Andrew. „Er war niemals ein Prinz. Für Überlebende überall – Virginia hat das für euch getan“, heißt es in dem Statement weiter.
Virginia Giuffre war nach eigener Aussage von Strippenzieher Jeffrey Epstein an einflussreiche Männer vermittelt worden, unter ihnen auch der damalige Prinz Andrew. Dieser habe sie mehrmals missbraucht, unter anderem als Minderjährige. Andrew bestritt die Anschuldigungen stets.
Polizei kam zum Geburtstag von Andrew Mountbatten Windsor
An diesem Donnerstag – seinem 66. Geburtstag – nahm die britische Polizei den gefallenen Royal wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch fest. Die Ermittler prüfen unter anderem neue Dokumente aus den USA, die im Zuge der Veröffentlichung weiterer Epstein-Akten ans Licht kamen. Es geht um mögliche Verbindungen und den Umgang mit vertraulichen Informationen während Andrews Zeit als britischer Handelsbeauftragter.
Giuffres frühere Anwältin Sigrid McCawley nannte Andrews Festnahme in einer Stellungnahme einen Meilenstein. Es sei „wahrlich ein monumentaler Moment im unermüdlichen Streben der Epstein-Überlebenden nach Gerechtigkeit“. Ihre Mandantin habe jahrelang daran gearbeitet, Licht auf die von Epstein und seinen Mitverschwörern begangenen Verbrechen zu werfen – und die Botschaft zu senden, dass niemand über dem Gesetz stehen dürfe. Die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor sei ein Schritt hin zu dieser Rechenschaft.
Giuffre hatte im August 2021 in den USA eine Zivilklage gegen Andrew eingereicht, was international für Schlagzeilen sorgte. Im Februar 2022 endete das Verfahren mit einem außergerichtlichen Vergleich ohne Schuldeingeständnis; Medienberichten zufolge soll eine Zahlung in Millionenhöhe geflossen sein. Im April 2025 nahm sich Virginia Giuffre im Alter von 41 Jahren das Leben. Sie hat jedoch ihre Geschichte in ihren posthum veröffentlichten Memoiren „Nobody's Girl: A Memoir of Surviving Abuse and Fighting for Justice“ festgehalten.
