Lufthansa-Tochter Cityline: Piloten stimmen für Streik
Das Ergebnis der Urabstimmung ist eindeutig: Die Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline sind bereit, für mehr Geld zu streiken. Ein konkreter Termin steht bislang nicht fest. Im Lufthansa-Konzern hat sich ein weiterer Teil der Pilotenschaft streikbereit gemacht. Eine Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ergab bei der Tochter Lufthansa Cityline eine Zustimmung von 99 Prozent der abgegebenen Stimmen für einen möglichen Arbeitskampf. An der Abstimmung beteiligten sich laut der Gewerkschaft 95 Prozent der aufgerufenen Mitglieder. Die Gewerkschaft nannte zunächst keinen konkreten Streiktermin. Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft hatten die Piloten vor zwei Wochen für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Mehr als 800 Flüge mit rund 100.000 Passagieren fielen aus. Auch hier war eine Urabstimmung vorausgegangen. KI-Boom treibt Chipgeschäft: Nvidia-Umsatz übertrifft Erwartungen 1.500 Jobs sollen weg: "Das ist ein sehr schmerzhafter Schritt" Die Cityline erledigt für die Kerngesellschaft Lufthansa regionale Zubringerflüge. Sie betreibt 30 Jets und beschäftigt an die 500 Pilotinnen und Piloten. Der Flugbetrieb der Cityline soll nach Aussagen des Konzern-Managements im kommenden Jahr auslaufen. Ihre Verbindungen sollen bis dahin auf die neue Unternehmenstochter Lufthansa City Airlines übergehen. Gewerkschaft beklagt: "VC wäre faktisch handlungsunfähig" Laut VC hat dieser Umstand aber nichts mit den laufenden Tarifverhandlungen zu tun. Die Gewerkschaft hatte für die Jahre 2024, 2025 und 2026 Vergütungsanpassungen um jeweils 3,3 Prozent jährlich gefordert. Zuletzt habe der Arbeitgeber am Mittwoch ein Angebot unterbreitet. Laut VC-Präsident Andreas Pinheiro bleibt das Angebot aber weiter hinter den Forderungen zurück und beinhaltet eine Friedenspflicht bis Ende 2027. "Die VC wäre damit in Bezug auf die Cityline faktisch handlungsunfähig." Bei der Muttergesellschaft dreht sich der Tarifkonflikt um die Betriebsrenten der rund 4.800 Cockpitkräfte. Erwartbar sind nun abgestimmte Aktionen in beiden Flugbetrieben, zumal darüber eine gemeinsame Tarifkommission entscheidet. Lufthansa schlägt externen Moderator vor Die Lufthansa hatte nach dem Streik bei der Kerngesellschaft kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach mithilfe eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs zu sprechen. Daran hängen auch die Karrierechancen der einzelnen Piloten. Auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo sei man in Gesprächen zum Manteltarifvertrag, heißt es aus dem Konzern. Die VC hatte zunächst ablehnend auf den neuen Vorstoß des Managements reagiert. Sie kritisiert seit Langem die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei den älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. In den Verhandlungen konzentriert sie sich aber aus rechtlichen Gründen allein auf Forderungen, die mit einem Tarifvertrag geregelt werden können.
Moscow.media
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