Tanken in Köln: Preise für Super und Diesel explodieren wegen Iran-Krieg
Der Krieg im Nahen Osten trifft Kölner Autofahrer direkt an der Tankstelle. Die Preise in der Domstadt sind stark gestiegen. Tanken ist auch in Köln während des Konflikts im Nahen Osten wieder deutlich teurer geworden. Eine Verbraucher-Analyse des SWR zeigt: Die Spritpreise in der Domstadt haben den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht. Der mittlere Preis für einen Liter Super (E5) lag in Köln am Samstag (28. Februar) bei 1,83 Euro – so teuer war der Kraftstoff bundesweit im Schnitt zuletzt am 9. Juli 2024. Ende 2025 kostete der Liter Super im deutschlandweiten Schnitt noch 1,70 Euro. E10 kostet in Köln aktuell 1,78 Euro pro Liter (Ende 2025 deutschlandweit: 1,64 Euro). Am stärksten gestiegen ist der Dieselpreis: 1,73 Euro je Liter werden dafür in Köln derzeit aufgerufen. So teuer war der Liter Diesel bundesweit zuletzt im April 2024 – ein Anstieg von 15 Cent gegenüber Ende 2025 (1,58 Euro). Newsblog zum Krieg in Nahost: Mehrere Tote nach Raketenangriff in Israel Als Haupttreiber hinter den steigenden Preisen ist der Rohölmarkt, der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran unter starkem Druck steht. Einerseits drohen Lieferausfälle aus der ölreichen Islamischen Republik. Weit schwerwiegender ist jedoch die Lage an der Straße von Hormus – der schmalen Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die täglich rund ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte fließt. Wird die wichtige Straße von Hormus für den Öltransport blockiert? Seit Beginn der Angriffe haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die Meerenge offenbar eingeschränkt: Schiffe wurden wiederholt per Funk aufgefordert, die Durchfahrt zu unterlassen, ihre Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Oman meldete zudem einen Angriff auf einen Öltanker im Bereich der Meeresenge. Jede ernsthafte Blockade hätte nach Einschätzung von Analysten unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt. Das Ölkartell OPEC+ hat am Wochenende bereits reagiert: Acht Förderländer, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, kündigten nach einer Online-Sitzung an, ihre Tagesproduktion ab April um 206.000 Barrel zu steigern – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 137.000 Barrel. Begründet wurde der Schritt mit stabilem Wirtschaftsausblick und niedrigen Ölvorräten; den Krieg im Nahen Osten erwähnte die Gruppe mit keinem Wort. Zum Vergleich: Die globale Ölproduktion lag Anfang 2026 bei 106,6 Millionen Barrel täglich. Die OPEC+-Erhöhung ist damit ein vergleichsweise kleines Signal – und würde im Falle einer Hormus-Blockade bei Weitem nicht ausreichen, um die Märkte zu beruhigen.
Moscow.media
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