Ulrike Malmendier: Regierung wirft Wirtschaftsweise raus – Verwunderung
Die renommierte Wirtschaftsprofessorin Ulrike Malmendier berät die Regierung nicht mehr als Wirtschaftsweise. Ihr Rauswurf ruft Verwunderung hervor. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier ist aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ausgeschieden. Nach dreieinhalb Jahren als Wirtschaftsweise wurde sie von der Bundesregierung nicht wieder in diese Funktion berufen. Ihre Amtszeit endete am Samstag. Der Sachverständigenrat nahm dies am Sonntag in einer Stellungnahme "mit großer Verwunderung und allergrößtem Bedauern" zur Kenntnis. Wie Malmendier unter anderem der "FAZ" sagte, kam der Anruf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erst am letzten Tag ihrer Amtszeit als Wirtschaftsweise. Darüber zeigte sich die renommierte Ökonomin durchaus verwundert. Malmendier war noch unter dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in das Beratungsgremium der Bundesregierung gestoßen. Sie übernahm im September 2022 den damals bereits seit Längerem vakanten Posten des Ökonomen Lars Feld. Da sie damit in ein laufendes Mandat einstieg, endete ihre Amtszeit Ende Februar "regulär", wie ein Sprecher des mittlerweile CDU-geführten Wirtschaftsministeriums ausführte. Eigentlich werden die Mitglieder für fünf Jahre berufen. Eigentlich war allgemein erwartet worden, dass Malmendiers Mandat verlängert würde. Doch dazu kam es nicht. Wiederberufungen seien "grundsätzlich möglich, aber nicht zwingend", führte der Ministeriumssprecher dazu aus. Dem "Handelsblatt" zufolge legten das Wirtschaftsministerium selbst sowie auch das Kanzleramt ein Veto gegen die Verlängerung ein. Demnach hätte unter anderem das SPD-geführte Finanzministerium die Berufung hingegen gerne verlängert. Wirtschaftsministerin Reiche galt hingegen als scharfe Kritikerin der Wirtschaftsweisen Malmendier. Malmendier verspricht: "I'll be back" Der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen selbst zeigte sich über das Ausscheiden Malmendiers bestürzt. "Mit großer Verwunderung und allergrößtem Bedauern nimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft zur Kenntnis, dass das Mandat unserer Kollegin Ulrike Malmendier nach nur dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht verlängert wurde", heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Mit ihr verliere das Gremium ein hochgeschätztes Mitglied, das in seinem internationalen wissenschaftlichen Renommee in der langen Geschichte des Gremiums seinesgleichen suche. Der Sachverständigenrat werde insbesondere ihren Blick von außen aus den USA auf Europa und Deutschland vermissen. "Es war mir eine große Ehre, sowohl mit meiner wissenschaftlichen Expertise als auch mit meinem Blick von außen und aus den USA zur Arbeit dieses Gremiums und für unser Land Beiträge leisten zu können", erklärte Malmendier. Sie sei etwa stolz darauf, die von ihr entwickelte Frühstart-Rente in die deutsche Politik eingebracht zu haben. Zugleich versicherte die Ökonomin, sie werde "zurückkommen": "Rest assured: I'll be back!" Sie stehe angesichts der aktuellen Herausforderungen in Deutschland und Europa auch für die Politikberatung in Deutschland und Europa zur Verfügung. Finanzministerium: "Kein guter Umgang" Das Aus für Malmendier war zuvor auch im Bundesfinanzministerium auf Unverständnis und Kritik gestoßen. "Es ist nicht nachvollziehbar, wieso eine herausragende Ökonomin, noch dazu eine mit sehr starkem internationalen Profil, das Gremium verlassen muss", hieß es aus dem Finanzministerium. Malmendier sei zudem immer eines der Mitglieder des Beratungsgremiums gewesen, das Positionen zusammengeführt habe. Die Vorschläge der Wirtschaftsweisen zur Altersvorsorge seien von der Bundesregierung sogar teilweise aufgegriffen worden. "Dies ist kein guter Umgang mit einer renommierten Wirtschaftswissenschaftlerin und auch nicht in der Regierung." Über die mutmaßliche Ablösung Malmendiers hatte vor einer Woche das "Handelsblatt" berichtet. Gegen eine Verlängerung habe es Widerstand innerhalb der Regierung gegeben, hieß es. Malmendiers Expertise liegt im Bereich der Kapitalmärkte, der Unternehmensfinanzierung und der Verhaltensökonomie, sie studierte unter anderem an der US-Eliteuniversität Harvard und forscht derzeit an der US-Universität Berkeley.
Moscow.media
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