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Jeffrey Epsteins Todesnacht: Aussage von Pathologin enthüllt neue Details

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An der Todesursache von Jeffrey Epstein gibt es auch Jahre später noch Zweifel. Ein Vernehmungsprotokoll zeigt nun, warum die zuständige Gerichtsmedizinerin bei der offiziellen Festlegung zögerte. Jeffrey Epstein wurde am Morgen des 10. August 2019 tot in seiner Gefängniszelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan gefunden. Der wegen Sexualstraftaten vorbestrafte Finanzier hatte dort auf seinen Prozess wegen schwerer Vorwürfe des Menschenhandels gewartet. Die Gerichtsmedizin legte sich auf Suizid als Todesursache fest. Doch auch sieben Jahre später gibt es daran noch Zweifel. Epsteins Bruder Mark sagte dem australischen Sender ABC jüngst, er habe zunächst selbst damit gerechnet, dass die Autopsie einen Suizid bestätigen würde: "Ich ging völlig davon aus, dass sie nach der Autopsie sagen würden: 'Es ist tragisch, aber Jeffrey hat Selbstmord begangen.'" Erst als New Yorks leitende Gerichtsmedizinerin Barbara Sampson fünf Tage nach der Autopsie den Tod offiziell als Suizid durch Erhängen einstufte, habe er begonnen zu zweifeln. "Lassen Sie mich ganz klar sein: Barbara Sampson war nicht bei der Autopsie", sagte Mark Epstein der ABC. Die Autopsie wurde einen Tag nach Epsteins Tod von der Gerichtsmedizinerin Kristin Roman durchgeführt. Roman kreuzte auf Epsteins Urkunde am 11. August 2019 weder "Selbstmord" noch "Tötung" an. Stattdessen vermerkte sie, es seien "weitere Untersuchungen" nötig. Bei der Autopsie war auch der Gerichtsmediziner Michael Baden anwesend, den Epsteins Bruder Mark als Beobachter beauftragt hatte. Baden erklärte später öffentlich, dass Verletzungen an Epsteins Hals ungewöhnlich für einen Suizid seien und stattdessen auf ein Tötungsdelikt hindeuten könnten. Gerichtsmedizinerin: Befund nach Autopsie "ziemlich eindeutig" Ein Vernehmungsprotokoll mit der Pathologin Roman aus den neu veröffentlichten Epstein-Akten liefert nun weitere Details. Darin erklärt die New Yorker Gerichtsmedizinerin Roman ausführlich, warum sie nach der Autopsie zunächst zögerte, Epsteins Tod offiziell als Selbstmord einzustufen – obwohl die Befunde aus ihrer Sicht "ziemlich eindeutig" gewesen seien. "Wäre er eine weniger prominente Person gewesen, die niemand umbringen wollte, hätte ich es wahrscheinlich schon am Tag der Autopsie als Erhängen eingestuft", sagte Roman laut Protokoll. Sie habe insbesondere mit dem Gefängnismitarbeiter sprechen wollen, der Epsteins Leiche entdeckt hatte. "War er vollständig erhängt? Wo genau hing er? Solche Dinge", habe sie noch klären wollen. Roman sagte den Ermittlern jedoch, ihr sei weder erlaubt worden, mit Justizbeamten zu sprechen noch Epsteins Zelle zu besichtigen. Stattdessen seien ihr lediglich Fotos des Raumes gezeigt worden. Für ihre medizinische Bewertung sei das jedoch nicht entscheidend gewesen. "Selbst ohne zusätzliche Untersuchung sah dieser Fall aus Sicht der Autopsie sehr eindeutig nach einem Erhängen aus", erklärte sie. Weitere Informationen hätten vor allem der "Vollständigkeit" gedient. Das Protokoll entstand im Mai 2022 im Rahmen einer Untersuchung des US-Justizministeriums zu den Umständen von Epsteins Tod. Die Ermittler überprüften dabei primär mögliche Versäumnisse im Gefängnis in Manhattan . Die Gerichtsmedizinerin sagte damals im Rahmen der Untersuchung unter Eid aus. Streit über Verletzungen am Hals Der von Epsteins Familie beauftragte Pathologe Michael Baden widerspricht der Suizid-Bewertung bis heute. Er verweist auf drei Frakturen im Halsbereich der Leiche, die seiner Ansicht nach eher zu einer Strangulation passen könnten. "Das wäre eher mit einer tödlichen Strangulation vereinbar als mit einem Suizid durch Erhängen", sagte Baden der ABC. Der erfahrene Gerichtsmediziner erklärte dem Sender außerdem, der Würgemal-Abdruck am Hals verlaufe ungewöhnlich horizontal. Bei einem Suizid durch Erhängen verlaufe die Spur üblicherweise schräg nach oben und ende unterhalb des Kiefers. Die Gerichtsmedizinerin Roman gab in ihrer Aussage eine andere Einschätzung zu Protokoll. Das Zungenbein sei an der Spitze gebrochen, wo es gegen die Wirbelsäule gedrückt habe – ein Befund, der aus ihrer Sicht zu einem Erhängen passe. Bei einer manuellen Strangulation wären eher unregelmäßige Brüche zu erwarten gewesen. Auch die Schlinge bleibt umstritten Ein weiterer Streitpunkt ist die Schlinge, mit der Epstein sich laut offizieller Version erhängt haben soll. Die Gerichtsmedizinerin Roman sagte, als Epsteins Leiche in der Gerichtsmedizin ankam, habe neben dem Körper eine aus Bettlaken gefertigte Schlinge gelegen. Fotos aus Epsteins Zelle, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, zeigen jedoch mehrere mögliche Schlingen aus zerrissenen Bettlaken. Roman räumte ein, sie sei "nicht so überzeugt, wie ich es gerne wäre", welche davon tatsächlich verwendet worden sei. An ihrer Schlussfolgerung ändere das jedoch nichts. Der von Epsteins Familie beauftragte Pathologe Michael Baden erklärte dagegen später, er habe während der Autopsie keine solche Schlinge gesehen. Weitere Details der Todesnacht lösen Irritationen aus Auch andere Aspekte der Todesnacht geben Anlass zu Spekulationen. Nach Epsteins Tod stellten Ermittler laut Dokumenten des US-Justizministeriums mehrere "Protokollfehler" und technische Probleme in der Haftanstalt fest. So seien in der Nacht, in der Epstein zu Tode kam, vorgeschriebene Kontrollgänge nicht durchgeführt worden und Kameras im Gefängnis hätten teilweise nicht funktioniert. Zudem wurde die Zelle laut der Recherche des Senders ABC nicht als Tatort behandelt. Dadurch seien mögliche forensische Spuren verloren gegangen, berichtete der Sender. Auch geht aus den Epstein-Akten hervor, dass bei der Auswertung der Überwachungsvideos eine bislang kaum beachtete Szene zu sehen war. Auf den Aufnahmen einer Kamera, die eine Treppe zu Epsteins isoliertem Zellenblock filmt, ist laut einem Beobachtungsprotokoll des FBI ein "orangefarbener Blitz" zu sehen, der sich die Treppe hinaufbewegt – möglicherweise ein Häftling in Gefängniskleidung. Offiziell hieß es jedoch lange, in der Nacht von Epsteins Tod habe niemand diesen Bereich betreten. Hier lesen Sie mehr. Epsteins Bruder Mark hält an seiner Überzeugung fest, dass sein Bruder ermordet wurde. "Wo ich herkomme, da kommt man nicht ungestraft damit davon, meinen Bruder zu ermorden", sagte er der ABC. Sein Ziel sei eine neue Untersuchung des Falls. Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.






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