Tiere: Ab- und aufgetaucht: Luchs Juno ist wieder da
Er galt lange als verschollen. Nun ist der erste in Sachsen ausgewilderte Luchs wieder aufgetaucht. Er war wiederholt in Fotofallen getappt und konnte zweifelsfrei identifiziert werden.
Sachsens Luchse sind wieder vollzählig. Kuder Juno war im März 2024 als erster Luchs im sächsischen Auswilderungsprogramm bei Eibenstock im Westerzgebirge in die freie Wildbahn gelangt und ein halbes Jahr später abgetaucht - seither fehlte jedenfalls ein Nachweis von ihm. Nun gab das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Entwarnung.
Nachdem sich seit Jahresanfang Hinweise auf einen Luchs im Gebiet zwischen Freiberg, Flöha und der deutsch-tschechischen Grenze häuften, gibt es jetzt Gewissheit. "Mit Hilfe einer genetischen Analyse konnte das Tier individualisiert werden: Es handelt sich eindeutig um das Luchsmännchen Juno", teilte das Landesamt mit.
Das genetische Material lieferte Juno mit Urin, der im Schnee unweit der Grenze bei Flaje gefunden wurde. Zuvor war das Tier in Fotofallen getappt. Anhand der Fellzeichnung hatte das bereits auf Juno hingedeutet.
Behörde spricht von kleiner Sensation
"Dass Juno nach so langer Zeit wiedergefunden wurde, ist eine kleine Sensation für alle Projektbeteiligten und für das Luchsmonitoring in Sachsen. Der letzte eindeutige Nachweis von Juno stammte aus dem September 2024 von einer Fotofalle aus dem Forstbezirk Eibenstock", teilte das Landesamt mit. Dort hatte sich Juno nach seiner Auswilderung aufgehalten.
Was den zweijährigen Luchs zum Abwandern veranlasste, ist unklar. Normalerweise bleiben Luchse dort, wo schon andere Luchse sind, hieß es. In Junos Fall waren es die beiden Luchsweibchen Alva und Nova, deren Territorien sich mit dem von Juno überlappten.
Projekt wünscht sich möglichst breiten Genpool
"Bleibt Juno im mittleren und östlichen Erzgebirge, trägt er in der diesjährigen Paarungszeit von Februar bis April wahrscheinlich nicht zu weiterem Nachwuchs in der kleinen Kernpopulation im Westerzgebirge bei", teilte das Landesamt weiter mit. Dabei seien unterschiedliche Verpaarungen zwischen den Luchsen wünschenswert, um die Gene möglichst vieler ausgewilderter Tiere in die nächste Generation zu tragen und so eine genetische Vielfalt in der Population zu bewahren.
Auch über die anderen Luchse informierte die Behörde. Demnach ist Nova Anfang 2025 nach Thüringen abgewandert. Fotoaufnahmen belegen ihren Aufenthalt bei Jena.
Alva hatte sich im Frühjahr 2025 mit Chapo gepaart und zwei Junge - ein Männchen und ein Weibchen - zur Welt gebracht. Sie streift weiter großräumig durch ihr Territorium in der Region Eibenstock. Gleiches gilt für Chapo.
Charlie trägt noch ein GPS-Senderhalsband und sendet regelmäßig Daten aus Tschechien. Freya ist wenige Wochen nach ihrer Auswilderung im Spätsommer 2025 in Richtung Zwönitz gewandert
In Sachsen wurden seit dem Frühjahr 2024 insgesamt sieben Luchse im Forstrevier Eibenstock ausgewildert. Eines der Tiere lebt nicht mehr. Luchs Anton wurde nur wenige Wochen nach seiner Auswilderung überfahren. In diesem Jahr sollen im Spätsommer zwei weitere Luchse ausgewildert werden.
