Ärger um ein Assistenzsystem in Fahrzeugen: Falsch programmierte Tempolimits können zu falschen Angaben und rechtlichen Konsequenzen führen. Ein Softwarefehler zwingt den Autobauer Stellantis zu einem groß angelegten Rückruf: Weltweit müssen mehr als 230.000 Transporter in die Werkstätten. Betroffen ist der intelligente Geschwindigkeitsassistent (ISA), der in den Fahrzeugen zu hohe Tempolimits anzeigt. Der Grund: Das System ist auf die Vorgaben für Pkw programmiert – nicht für leichte Nutzfahrzeuge. Deren zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt in vielen Ländern niedriger. Die Anzeige im Fahrzeug entspricht damit nicht den gesetzlichen Anforderungen. Diese Transporter sind betroffen Der Rückruf betrifft mehrere baugleiche Modelle der Marken Fiat , Opel, Peugeot und Citroën. In Deutschland entfallen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts rund 52.000 Fahrzeuge auf folgende Baureihen: Fiat : Ducato, Scudo, Doblo (Deutschland: 24.530 Exemplare) – Rückrufcode: F52M Opel : Vivaro, Movano, Combo (15.742) – Rückrufcode: KTJ Peugeot : Expert, Partner, Boxer, Rifter (5.887) – Rückrufcode: MZE Citroën : Berlingo, Spacetourer, Jumpy, Jumper (5.852) – Rückrufcode: GN6 Der Produktionszeitraum liegt je nach Modell zwischen November 2023 und Juli 2025. Abhilfe schafft ein Softwareupdate. In der Werkstatt werden das Karosseriesteuergerät sowie die Frontkamera neu programmiert. Dies dauert laut Hersteller etwa 25 bis 40 Minuten. Das müssen Halter jetzt wissen Halter betroffener Fahrzeuge werden per Post informiert. Zusätzlich können sie sich direkt an den Hersteller oder eine Vertragswerkstatt wenden. Für Rückfragen steht eine zentrale Hotline zur Verfügung (Telefon: 00800 0825 1001). Bis das Update durchgeführt ist, sollten sich Fahrer nicht allein auf die Anzeige des Systems verlassen, sondern die ausgeschilderten Tempolimits beachten. Gerade im Ausland gelten für Transporter oft abweichende Vorschriften. Rückrufe nehmen deutlich zu Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall. Rückrufe sind in den vergangenen Jahren deutlich häufiger geworden. Nach Auswertungen des ADAC wurden 2025 insgesamt 532 Rückrufaktionen in Deutschland registriert – fast dreimal so viele wie noch 2010. Auch die Zahl der betroffenen Fahrzeuge steigt: 2024 waren es 2,84 Millionen Autos, ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders häufig betroffen war zuletzt Mercedes-Benz mit 45 Rückrufen. Als Gründe nennt der ADAC unter anderem die steigende technische Komplexität moderner Fahrzeuge sowie kürzere Entwicklungszyklen. Zudem bringen neue Hersteller zusätzliche Modelle auf den Markt. Gleichzeitig gehen Unternehmen heute offener mit Problemen um und starten Rückrufe früher als noch vor einigen Jahren.
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