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Iran-Krieg: Trump eskaliert weiter – was ist sein Ziel?

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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, wenn an diesem Donnerstag Ali Chamenei in seinem Geburtsort Maschhad beigesetzt wird, endet eine Ära. Doch nicht nur dort, sondern auch in Irans Hauptstadt Teheran säumen in diesen Tagen Millionen Menschen die Straßen. Es wehen schwarze Fahnen über der Stadt, Lautsprecher übertragen Koranverse, Männer schlagen sich rhythmisch auf die Brust, Frauen weinen. Dazwischen sind aber auch blutrote Fahnen zu sehen – im schiitischen Islam ein Symbol für Vergeltung. Sprechchöre richten sich gegen Israel und die Vereinigten Staaten, Redner fordern offen den Kopf von US-Präsident Donald Trump . Mit der Beisetzung Chameneis verabschiedet der Iran den Mann, der die Islamische Republik fast vier Jahrzehnte auf brutalste Art geprägt hat. Unter seiner Herrschaft unterdrückte das Regime Proteste mit heftiger Gewalt, trieb sein Atomprogramm unerbittlich voran, baute die Revolutionsgarden als zentralen Macht- und Verfolgungsapparat auf und machte die Unterstützung von Hamas, Hisbollah und anderen Terrorgruppen zum Pfeiler seiner Politik. Der Tod des obersten Führers am ersten Tag des Iran-Kriegs war nicht nur ein tiefgreifender Einschnitt für den Iran. Er markiert einen historischen Moment für den gesamten Nahen Osten. Doch während sich das Regime hinter dem Andenken an seinen langjährigen Revolutionsführer neu formiert, eskaliert Trump erneut. Er kündigt das Rahmenabkommen auf, das zu einem Frieden mit dem Iran führen sollte, und ordnet neue Luftschläge an. Seine jüngste Eskalation folgt einem bekannten Muster: maximale Härte, aber kein erkennbares strategisches Ziel. Dieser Befund zieht sich durch den ganzen Iran-Krieg. Er wird in diesen Tagen jedoch noch einmal besonders sichtbar. Zu Beginn schien die Richtung zumindest rhetorisch vorgegeben. In seiner Fernsehansprache in der Nacht des ersten Angriffs steckte Donald Trump die Ziele gewohnt maximal ab: Teheran sollte dauerhaft auf Atomwaffen verzichten, die Unterstützung seiner Proxys, also seiner verbündeten Gruppen wie Hisbollah oder Hamas im Nahen Osten, sofort einstellen, den Machtapparat der Revolutionsgarde zerschlagen und den Weg für einen Umbruch durch die iranische Bevölkerung freimachen. Doch was als vermeintlich stringenter Plan verkauft wurde, entpuppte sich schnell als Wunschzettel mit kaum Realitätsbezug. In den darauffolgenden Wochen begann ein gefährliches rhetorisches Schlingern; die Kriegsziele wechselten fast im Rhythmus von Trumps Posts auf seinem Sprachrohr Truth Social. Vier Monate nach Beginn des Iran-Kriegs drängt sich die Frage auf: Was hat dieser Krieg eigentlich erreicht? Wurde das iranische Atomprogramm dauerhaft gestoppt? Ist das Regime geschwächt, das Volk befreit? Wurde der Iran dauerhaft abgeschreckt, im Nahen Osten weiter zu eskalieren? Wenn das Ziel lautete, den Iran an der Entwicklung einer Atombombe zu hindern, fällt die Bilanz ernüchternd aus. Raketen können Anlagen zerstören. Sie können Zentrifugen vernichten und Labore in Schutt legen. Doch sie können weder das technische Wissen iranischer Wissenschaftler auslöschen noch die politischen Absichten des Regimes ändern. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bremst inzwischen die Erwartungen. Zwar äußerte er sich im Gespräch mit dem US-Sender CNN zuversichtlich, dass Donald Trump das iranische Atomprogramm stoppen könne. Zugleich machte er deutlich, dass der dauerhafte Umgang mit Teheran nicht allein militärisch zu lösen sei und weitere politische Entscheidungen nötig würden. Selbst der engste Verbündete Washingtons zeichnet damit ein deutlich komplexeres Bild als die Rhetorik aus dem Weißen Haus und über Truth Social. Solange es keine belastbare Vereinbarung über Inspektionen und eine langfristige Begrenzung des Atomprogramms gibt, bleibt der militärische Erfolg vorläufig. Vielleicht war das eigentliche Ziel aber gar nicht das Atomprogramm. Ein mindestens ebenso hehres Ziel wäre der Sturz des Regimes gewesen; das Volk so zu unterstützen, dass es sich selbst befreien kann. Doch auch daran lässt sich der Krieg bislang nicht als Erfolg messen. Natürlich steht die Führung in Teheran unter gewaltigem Druck. Die Wirtschaft leidet unter Sanktionen und ausufernder Inflation. Der Krieg hat das Land zusätzlich geschwächt. Dennoch ist aus der erhofften Implosion bislang nichts geworden. Im Gegenteil, muss man leider sagen. Den USA mag es gelungen sein, Chamenei zu töten. Das Regime existiert weiter. Es nutzt den Kriegszustand als perfekten Deckmantel, um die eigene Bevölkerung noch brutaler zu unterdrücken. Unter einer fast vollständigen Internetsperre – die das Land digital von der Außenwelt abschneidet – geht die Führung mit beispielloser Härte gegen Kritiker vor und lässt Regimegegner abseits der Weltöffentlichkeit hinrichten. Der äußere Druck hat die Opposition nicht gestärkt, sondern die Repression perfektioniert. Gerade die Trauerfeier für Mullah-Führer Chamenei zeigt, wie geschickt das Regime versucht, aus der Krise politische Stärke zu gewinnen. Dennoch richtet sich der Blick an diesem Donnerstag nicht nur auf den Toten, sondern auch auf seinen mutmaßlichen Nachfolger. Modschtaba Chamenei , der designierte Nachfolger Ali Chameneis, fehlte bei den Trauerfeierlichkeiten in den vergangenen Tagen. Seine Abwesenheit nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Und freilich darüber, wie die Nachfolge tatsächlich geregelt werden soll. Dem Millionenauflauf tut das allerdings keinerlei Abbruch. Genau das dürfte beabsichtigt sein. Das Regime will an diesem Tag nicht über offene Nachfolgefragen sprechen, sondern Kontinuität demonstrieren. Wer gehofft hatte, der Tod Chameneis würde das Regime erschüttern oder gar den Weg für einen politischen Umbruch ebnen, sieht sich bislang getäuscht. Nach außen richtet sich die Botschaft an Israel und die Vereinigten Staaten: Wir überstehen sogar den Tod unseres mächtigsten Mannes. Bleibt also die dritte mögliche Messlatte: die Abschreckung und Zerschlagung des iranischen Machtapparats. Hat der Krieg Teheran gelähmt? Auch diese Antwort wird Donald Trump nicht gefallen. Zwar hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit seinem kompromisslosen, harten militärischen Vorgehen in Gaza und im Libanon die Infrastruktur von Hamas und Hisbollah massiv zerschlagen. Doch von einer Entwaffnung oder einem Einlenken Teherans kann keine Rede sein. Wer in diesen Tagen auf die Landkarte blickt, erkennt schnell, wo der Konflikt inzwischen entschieden werden könnte: nicht in Teheran, nicht in Washington und auch nicht in Jerusalem. Sondern in einer nur wenige Dutzend Kilometer breiten Wasserstraße zwischen dem Oman und dem Iran. Die Straße von Hormus ist einer der empfindlichsten Punkte der Weltwirtschaft. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls passiert diese Meerenge. Schon kleinere Angriffe auf Tanker oder die bloße Drohung einer Blockade reichen aus, um Versicherungsprämien steigen zu lassen, Reedereien nervös zu machen und die Energiepreise weltweit nach oben zu treiben. Genau diese Verwundbarkeit hat Teheran mit Ausbruch des Iran-Kriegs zu nutzen gelernt. Und in jüngster Zeit treibt die iranische Führung die Eskalation mit Attacken auf Handelsschiffe erneut auf die Spitze. Der Nahostexperte Guido Steinberg hält die jüngsten Angriffe auf Schiffe ausdrücklich nicht für Zufälle. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich da um Fehler handelt", sagte er der "Tagesschau". Der Iran versuche vielmehr, seine Kontrolle über die Meerenge dauerhaft zu festigen. Und das hat drastische Folgen für die globalen Finanzmärkte. Diese reagieren inzwischen beinahe reflexartig auf jede neue Drohung aus Washington oder Teheran. Nachdem Donald Trump das Rahmenabkommen für gescheitert erklärt und neue Luftschläge angekündigt hatte, sprang der Ölpreis innerhalb weniger Stunden deutlich nach oben. Gleichzeitig setzten die USA die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft. Das zeigt, worum es in diesem Krieg längst ebenfalls geht: nicht nur um Raketen, Atomanlagen und einen Wechsel des Regimes, sondern um Vertrauen. Solange Investoren fürchten müssen, dass die Straße von Hormus jederzeit wieder zum Krisenherd wird, steigen Risikoaufschläge. Energie wird teurer, ebenso Transporte; Firmen verschieben ihre Investitionen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen am Mittwoch erneut nach unten korrigiert. Als einen der wichtigsten Unsicherheitsfaktoren nennt der IWF den Iran-Krieg und seine Folgen für Energiepreise und Lieferketten. Selbst wenn sich die Märkte zwischenzeitlich beruhigen, liegen die Energiepreise weiterhin deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Davon bleibt auch Deutschland nicht verschont. Das wirft eine unbequeme Frage auf. Was, wenn der Krieg den Iran militärisch geschwächt, ihm wirtschaftlich aber ein neues Druckmittel verschafft hat? Genau darauf deutet die Entwicklung in der Straße von Hormus hin. Donald Trumps Kurs wirft in jedem Fall Zweifel auf, ob er einem langfristigen Plan folgt oder ob er immer nur auf die jüngste Eskalation reagiert. Seine Anhänger widersprechen diesem Vorwurf entschieden. Sie argumentieren, gerade Trumps Unberechenbarkeit sei seine eigentliche Strategie. Internationale Konflikte habe er immer wieder dadurch beeinflusst, dass niemand wusste, welchen Schritt er als Nächstes gehen würde. Doch Unberechenbarkeit ersetzt keine Strategie. Die ständigen Wechsel zwischen Memorandum, Waffenruhe, Drohungen, Verhandlungen, Sanktionen und neuen Bombardements mögen taktisch flexibel wirken. Sie beantworten aber nicht die entscheidende politische Frage: Wie soll dieser Krieg eigentlich enden? Nahostexperte Guido Steinberg sagt, Trump habe in den vergangenen Wochen gezeigt, "dass er selbst nicht so ganz genau weiß, was er denn eigentlich erreichen will". Unser Washington-Korrespondent Bastian Brauns sieht Trump derweil "fest in einem politischen Zielkonflikt, aus dem es kaum einen eleganten Ausweg gibt" . Maximale Härte kann ein Mittel sein. Sie ist jedoch keine Strategie . Solange Donald Trump nicht erkennen lässt, welches politische Ziel er im Iran eigentlich verfolgt, wächst mit jedem Luftschlag die Gefahr, dass dieser Krieg weiter eskaliert. Mit Folgen, die weit über den Nahen Osten hinausreichen. Trump und die nato Außen Poltern, innen Partner Es ist das ultimative Paradoxon des Nato-Gipfels in Ankara: Auf offener Bühne, gleich zu Beginn des zweiten Gipfeltags, poltert Donald Trump wie eh und je. Verkündet gar ein komplettes Ende der Handelsbeziehungen mit Spanien. Doch hinter verschlossenen Türen, so berichtet es Nato-Chef Mark Rutte sichtlich erleichtert, herrsche ein "außergewöhnlich starkes Gefühl der Geschlossenheit". "Ich kann Ihnen sagen, dass ich im Raum erlebt habe, wie 32 Staats- und Regierungschefs zusammenstanden", so der Niederländer. "Eine solche Einigkeit habe ich in der jüngeren Vergangenheit nicht erlebt." Auch t-online-Chefredakteur Florian Harms war vor Ort und berichtet von den zwei Gesichtern des Trumps. Das ist beruhigend und zutiefst beunruhigend zugleich. Beruhigend ist es freilich, weil es zeigt, dass das transatlantische Bündnis im Ernstfall noch funktioniert. Wenn es hart auf hart kommt, scheint sich Trump der existenziellen Bedeutung der Nato bewusst zu sein. Der nukleare Schutzschirm wackelt nicht so stark, wie seine Äußerungen und Social-Media-Beiträge es vermuten lassen. Immerhin. Beunruhigend ist es jedoch, weil Politik im 21. Jahrhundert nicht nur im Geheimen stattfindet. Trumps öffentliche Attacken auf engste Verbündete sind kein harmloses Theater. Sie beschädigen das Vertrauen, und sie senden ein fatales Signal der Schwäche an Gegner , nicht zuletzt an den Kremldespoten Wladimir Putin . Wer Bündnispolitik wie eine Reality-TV-Show führt, riskiert, dass aus dem gespielten Streit irgendwann echter Bruch wird. Oder anders gesagt: Ein Verbündeter, der nur flüstert, dass er zu einem steht, während er einen in aller Öffentlichkeit beschimpft, bleibt ein unberechenbares Risiko. Autobauer in der Krise Kahlschlag bei VW? Bei Volkswagen brennt die Hütte. Wenn an diesem Donnerstag um 14.30 Uhr der Aufsichtsrat in Wolfsburg zusammenkommt, geht es um nichts Geringeres als die Zukunft des Autogiganten. Die jüngsten Berichte über die Pläne des Vorstands haben Schockwellen durch das Land gejagt: Bis zu 100.000 Jobs stehen weltweit auf der Kippe. Gleich vier deutschen Werken – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm – droht das endgültige Aus. Die Antwort der Belegschaft folgt prompt und lautstark. Begleitet von einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall wird direkt vor der Konzernzentrale protestiert. Für das Management wird diese Sitzung kein Spaziergang, sondern ein brutaler Schlagabtausch. Denn der Vorstand hat die Rechnung ohne die Machtverhältnisse im Kontrollorgan gemacht. Die Arbeitnehmervertreter sitzen am längeren Hebel – und sie haben einen mächtigen Verbündeten: Das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Anteile hält, hat bereits klargestellt, dass Werksschließungen eine rote Linie sind. In Wolfsburg droht dem Vorstand eine krachende VW-Fahrt an die Arbeitnehmerwand. Was lesen? Viele Bürger dürften sich in diesen Tagen mit ihrer Steuererklärung herumschlagen. Auch hier will die Koalition Entlastung schaffen. Christine Holthoff kennt alle Details. Artikel lesen Kitas, Frauenhäuser, Pflegeeinrichtungen geraten wegen steigender Mieten immer stärker unter Druck. Camilla Kohrs berichtet über eine Umfrage mit erschreckenden Zahlen. Artikel lesen Scheidet ein Team bei der WM aus, wird die Trainerfrage gestellt. Bereits ein Dutzend Nationalcoaches sind mittlerweile ohne Job, zeigen Swantje Flinder und Lukas Grybowski. Artikel lesen Berlins Bürgermeister Kai Wegner hat über sein Krisenmanagement beim Stromausfall im Winter falsche Angaben gemacht. Er schadet damit auch Friedrich Merz, meint Florian Schmidt. Artikel lesen Zum Schluss Ich wünsche Ihnen einen stringenten Tag. Morgen schreibt wieder Florian Harms für Sie. Herzliche Grüße Ihr Mauritius Kloft Ressortleiter Politik & Wirtschaft Mit Material von dpa und Reuters, Recherche unterstützt von Google Gemini






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