Früher Radiomoderator, heute AfD-Spitzenkandidat: Leif-Erik Holm will seine Partei bei der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl an die Macht führen. Allerdings tritt er nicht über die Landesliste an. In Sachsen-Anhalt hat die AfD einen Erdrutschsieg erzielt. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (MV) 2026 will sie das nun auch, steht dabei aber vor einer größeren Herausforderung. Zwar liegt die AfD in den Umfragen vorn , Manuela Schwesigs SPD hat in den vergangenen Wochen allerdings aufgeholt und ist ihr dicht auf den Fersen. 2025 stand die AfD in den Umfragen bei 38 Prozent, die SPD bei 19 – während die AfD aktuell wieder ähnlich stark in den Umfragen ist, liegt die SPD inzwischen bei 35 Prozent. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen kündigt sich an. Holm ruft in seinem Wahlkampf dennoch als großes Ziel eine AfD-Alleinregierung aus, ganz ähnlich wie sein Kollege Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt. Die Chancen darauf stehen in Mecklenburg-Vorpommern allerdings sehr viel schlechter. Die AfD setzt auf den Bundestagsabgeordneten Holm. t-online fasst zusammen, was es über den AfD-Spitzenkandidaten zu wissen gilt. Holms mächtige Gegnerin: Manuela Schwesig ist die Spitzenkandidatin der SPD Wahl-O-Mat Mecklenburg-Vorpommern: Welche Partei passt zu Ihnen? Steckbrief Leif-Erik Holm Beruf: Co-Landeschef Mecklenburg-Vorpommern seit 2013, Bundestagsabgeordneter, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, Landesgruppensprecher Mecklenburg-Vorpommern. Geburtstag: 1. August 1970 Geburtsort: Schwerin Wohnort: Klein-Trebbow Familienstand: verheiratet, vier Kinder Berufsausbildung: Lehre zum Elektromonteur; Studium der Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin , Abschluss als Master of Science. Der Werdegang des AfD-Spitzenkandidaten Holm wurde am 1. August 1970 in Schwerin geboren. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Nach der zehnklassigen Polytechnischen Oberschule in Lübstorf absolvierte er eine Lehre zum Elektromonteur und anschließend seinen Grundwehrdienst bei der NVA, den Streitkräften der DDR . Sein Abitur legte Holm an der Technischen Hochschule Wismar ab, bevor er Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin studierte und das Studium mit einem Master of Science abschloss. Beruflich war er rund 20 Jahre als Radiomoderator tätig, unter anderem bei Antenne MV, FFH und dem NDR . Er ist im Norden deswegen einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In Interviews aber betont er inzwischen vor allem andere Berufserfahrung, wie die als Elektromonteur. Holm verspricht seinen Wählern, als erste Amtshandlung den Rundfunkstaatsvertrag zu kündigen, wenn er Ministerpräsident wird. Wahl in MV: Holm steht nicht auf der Landesliste Holm sitzt seit 2017 für die AfD im Bundestag. Dort ist er wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion und Landesgruppensprecher Mecklenburg-Vorpommern. Leif-Erik Holm ist seit 2013, also seit ihrer Gründung, Mitglied der AfD. Seit dieser Zeit ist er, mit kurzer Unterbrechung, Co-Landesvorsitzender der Partei in MV. Es ist selten, dass das ein AfD-Politiker so lange schafft. Holm hat inzwischen aber erheblich an Rückhalt verloren: Sein Landesverband gilt als zerstritten, Jüngere möchten Holm an der Spitze ablösen. Diese Zerrissenheit drückt sich auch darin aus, wie Holm zur Wahl antritt: Holm ist der Kandidat für das Ministerpräsidentenamt, Spitzenkandidat und damit auf Platz eins der Landesliste ist aber Enrico Schult, Holms Co-Sprecher. Holm tritt gar nicht auf der Landesliste an, sondern nur als Direktkandidat in seinem Wahlkreis – und dort unter anderem gegen Manuela Schwesig . Schafft Holm es, das Direktmandat in Schwerin zu holen, will er vom Bundestag in den Landtag wechseln, sagt er. Holt er es nicht, aber seine Partei schafft die nötige Mehrheit für eine Alleinregierung, will er Ministerpräsident werden. Ansonsten will Holm im Bundestag bleiben. Schult ist 46 Jahre alt und verheirateter Familienvater. Er arbeitete zuvor als kommunaler Angestellter. 2021 versuchte Schult, damals noch Co-Landesvorsitzender, den damaligen Fraktionschef Nikolaus Kramer zu entthronen, erhielt aber – knapp – nicht genug Stimmen. Im Januar 2026 siegte er dann gegen Kramer. Seither ist er Fraktionschef. Moderater Holm, radikale Strippenzieher im Verband Holm tritt moderat auf. In seinem Wahlkampf ist er zudem wesentlich realistischer als sein Kollege Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt: Holm betont an seinen Infoständen, dass es auch unter einer AfD-Alleinregierung schwierig und dauern wird, bis sich die Lage im Sinne von AfD-Wählern verbessern lässt. In Holms Landesverband aber gibt es viel radikales Personal, auch in Führungspositionen. Holm duldet das seit Jahren. Der Burschenschafter Nikolaus Kramer zum Beispiel gilt als ein zentraler Strippenzieher im Landesverband. Er beschäftigt im Landtag wiederum ehemaliges Führungspersonal der rechtsextremen "Identitären Bewegung". Im Mai wurde Dario Seifert zum Generalsekretär des Landesverbands gewählt. Seifert war früher Mitglied der NPD-Jugend.