Die Gaspreise klettern wieder. Das kommt zunehmend auch bei Verbrauchern an. Für Neukunden wird Gas langsam teuer. Wer heute in Deutschland einen neuen Gasvertrag abschließt, zahlt je nach Verbrauch bis zu 1.000 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Thermostatherstellers Tado. Demnach zahlen Neukunden im Herbst 2026 im Schnitt 14 Cent pro Kilowattstunde Gas – vor einem Jahr waren es 9 Cent. Hintergrund sind die steigenden Gaspreise an den europäischen Handelsplätzen . Dort sind die Gaspreise Tado zufolge innerhalb eines Jahres um 202 Prozent gestiegen. Laut den Berechnungen zahlen Eigentümer in einem Einfamilienhaus mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh durch einen Neuvertrag 1.000 Euro mehr als vor einem Jahr. In einer Wohnung im Mehrfamilienhaus sind es bei einem Verbrauch von 13.300 kWh rund 670 Euro an Mehrkosten. Privathaushalte sollten Gasvertrag jetzt noch prüfen Wer einen alten Gasvertrag hat, kann aber nicht beruhigt sein. Früher oder später werden sich die höheren Preise auch auf Bestandsverträge niederschlagen müssen. Gashändler sichern ihre Einkäufe in der Regel auf ein oder zwei Jahre ab. Nach Ablauf dieser Periode müssen sie Verträge an die neuen Einkaufspreise anpassen. Verbraucherschützer empfehlen deshalb seit einigen Wochen, unter Umständen jetzt noch einen neuen Gasvertrag abzuschließen . Wer noch 2027 eine Festpreisgarantie hat, braucht nach Ansicht von Ratgeberportalen wie "Finanztip" nichts zu tun; für alle, deren Garantielaufzeiten bald auslaufen, empfiehlt sich hingegen, jetzt noch aktiv zu werden. Wer keinen Gasvertrag mit Preisgarantie hat, sollte den Abschluss eines solchen jetzt in Erwägung ziehen. Haushalte sparen jetzt beim Heizen Tado erwartet durch die höheren Gaspreise eine neue Sparwelle bei Verbrauchern. Im Winter 2022/23 hatten 80 Prozent der fünf Millionen Haushalte, die ein Tado-Thermostat nutzen, ihren Verbrauch gesenkt und weniger als in den Vorjahren geheizt. "Wir erwarten deshalb, dass Verbraucher im kommenden Winter ähnlich konsequent Energie sparen wie während der Energiekrise 2022", sagt Tado-Geschäftsführer Christian Deilmann. Schon jetzt beobachte man eine erhöhte Nutzung von Energiesparfunktionen in Privathaushalten. Energieexperten erwarten weiter steigende Gaspreise in den nächsten Monaten. Hintergrund sind neben den geopolitischen Spannungen auch die niedrigen Gasspeicherfüllstände in diesem Winter . Zum 1. November waren die deutschen Speicher nur zu 61 Prozent gefüllt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur besteht zwar kein Grund zur Sorge um die Gasversorgung, dafür müssen sich Haushalte aber auf höhere Gaskosten einstellen.
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