Nach Pokal-Aus: Hamann kritisiert Bayern-Trainer Tuchel scharf
TV-Experte Dietmar Hamann kritisiert nach dem Pokal-Aus des FC Bayern nicht nur die Vereinsführung, sondern auch Trainer Tuchel.Nach der Pokal-Blamage des FC Bayern hat TV-Experte Dietmar Hamann Borussia Dortmund im Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Münchner ein Zeichen im Meisterschaftskampf zu. "Wenn du sie jetzt nicht schlägst, dann wahrscheinlich nie mehr", so der Sky-Experte in Richtung Dortmund. "Die Vorzeichen waren wahrscheinlich selten besser, du musst aber immer noch durch die offene Tür gehen."Der FC Bayern war am Mittwochabend nach einem 1:2 beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken in der zweiten DFB-Pokal-Runde ausgeschieden. Für Hamann ein weiterer Beweis, das die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel längst den Nimbus der "Unantastbarkeit" und "Unbesiegbarkeit" verloren hat.Hamann: Seit Tuchel Trainer ist, ist die Entwicklung nicht gutBei Sky übte er scharfe Kritik an der Vereinsführung und nahm auch bei Tuchel kein Blatt vor den Mund. "Seit der Trainer hier ist, ist die Entwicklung nicht gut. Die Ergebnisse haben gestimmt, aber die Art und Weise war nicht überzeugend. Eigentlich ist es das Einfachste für einen Trainer, defensiv Stabilität reinzubekommen. Natürlich könnten sie ein, zwei Spieler mehr haben, aber wenn du das dauernd sagst, gibst du den Spielern ein Alibi. In dieser Situation braucht Bayern Spieler, die vorangehen. Und da haben sie momentan keine."Tuchel habe Joshua Kimmich "demontiert", so Hamann weiter. "Müller spielt nur noch selten, Kimmich wurde demontiert und ist total verunsichert. Wenn du es über sieben, acht Monate nicht schaffst, eine Einheit zu formen, dann fehlt mir die Phantasie, wie es jetzt gehen sollte."Hamann sieht Chance für BVBDer größte Fehler war laut Hamann zudem, Josip Stanisic nach Leverkusen zu verleihen. "Er ist in München Nationalspieler geworden, nie verletzt und spielt drei, vier Positionen", so der TV-Experte. "Ich will gar nicht wissen, was mit Kahn und Salihamidzic gemacht worden wäre, wenn die beiden sich das erlaubt hätten, was jetzt in diesem Sommer passiert ist", sagte Hamann weiter über die achtköpfige Transfer-Taskforce des vergangenen Sommers.Die Dortmunder zogen durch ein 1:0 gegen Ligakontrahent TSG 1899 Hoffenheim ins Achtelfinale ein. Beide Teams sind in dieser Bundesligasaison noch ungeschlagen, der FC Bayern hat als Tabellenzweiter aktuell zwei Punkte mehr als der BVB."Im Moment ist die eine Mannschaft auf dem aufsteigenden Ast, die andere auf dem absteigenden Ast. Das muss in so einem Spiel aber nichts heißen. So ein Ergebnis kann was Reinigendes haben, wir rücken jetzt noch enger zusammen, aber den Eindruck hatte ich bei den Bayern in den letzten Monaten nicht. Deswegen weiß ich nicht, ob die Niederlage so förderlich war", sagte Hamann vor dem Klassiker in Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky).

